bezaubernde Hasenpatenkinder

Heute: Wie schon die letzten Tage Regen… Düster, nass, grau, kalt, bedrückend unangenehm… doch gerade sitze ich in der Bahn Richtung Heimat. Der Himmel wolkenverhangen und doch brechen die Sonnenstrahlen hervor. Wie der Strahl einer Taschenlampe in der Dunkelheit leuchten sie kegelartig gebündelt auf die Erde – bilden eine Verbindung zwischen oben und unten am Horizont. Strahlende Nähte verbinden die grauen Wolken miteinander. In mir weckt der Anblick Bewunderung – für die Natur, für das am Leben sein, um so etwas zu sehen und Freude darüber und auch Dankbarkeit jetzt unterwegs zu sein und in diesem Moment das sehen zu können. Es ist eine Momentaufnahme, die den Tag noch etwas Aufhellung gibt. Nicht das es jetzt ein besonders düsterer gewesen ist – eigentlich ganz im Gegenteil. Doch die letzten Tage haben auch ohne aufregende Ereignisse an mir gezehrt. Die Gedanken mich selbst zu verletzen haben mich vermehrt aufgesucht. Doch auch das wäre genauso wir kotzen ein falscher Umgang mit meinen Gefühlen, die ich immer mehr und greifbarer in meinem Leben wahrnehme. Sie werden nicht mehr von der Essstörung unterdrückt oder von „guten“ selbst hergestellten überlagert. Ich beschreibe die Essstörung immer als Nebel, der sich wie eine Hülle um meine Gefühle, vor allem die „Schlechten“ gelegt hat, sie vor anderen und auch vor mir selbst verborgen hat. Die Nebelhülle habe ich wie eine Mauer von außen schön mit Gefühlen bestrichen, mit Gefühlen, die ich gerade brauchte, wie Einfühlungsvermögen, Stärke, Freude … ohne sie jedoch zu spüren. Nun verschwindet diese Hülle und die verborgenen Gefühle kommen zum Vorschein. Es überfordert mich traurig zu sein oder wütend, weil ich nicht weiß wie ich mit den dunklen Farbgefühlen malen soll, die ich nun wieder spüre. Unangemeldet meist ohne bewussten Auslöser brechen die Gefühle nun hervor, mir ist zum heulen, obwohl alles prima ist, so war es gestern während der Arbeit. Als ich dann die Maske des Funktionierens gegen 22 Uhr zu Hause gedanklich absetzte, war ich einfach nur fertig unter der Last des fühlens und spürens, von erschöpft sein und vermutlich auch traurig seins. Mir war zum Weinen zu Mute, doch es kamen keine Tränen – soweit bin ich noch nicht. Ist es Einbildung oder können Gefühle etwas wiegen, kann man sie als Gewicht auf den Schultern spüren? Heute morgen glänzte mein inneres Gefühlsleben mit Lustlosigkeit und Gleichgültigkeit – Freude bei dem Wetter hätte mich auch gewundert… Unterm Regenschirm schmiss ich meine erste fertige Hausarbeit in den Briefkasten und mit ein klein wenig Tatendrang gab ich einen Rucksack voll Bücher ab, nur um ihn mit einem neuem Thema gefüllt wieder mit zu nehmen. Am Nachmittag besuchte ich dann meine Hasenpatenkinder 🙂 und natürlich die dazugehörige Hasenmutti 😉 IMG-20170726-WA0001Man was sind die süß! Es war unmöglich bei dem Anblick nicht bezaubert zu sein. Es war ein ruhiger und einfach schöner Nachmittag, an dem die Gleichgültigkeit auch mal in ein Wohl fühlen umschlug. Wir beobachteten und spielten mit den kleinen Hasis. Erwähnte ich schon, dass die einfach goldig sind? Dann machte ich mich auf zur Bahn Richtung Heimat. Und mir wurde klar, dass das Leben sich, neben den großen Ereignissen, aus so vielen kleinen bezaubernden Dingen zusammensetzen kann, die um einen geschehen. Seien das kleine Hasen, die Männchen machen, wie Erdmännchen oder die Sonne, die trotz Regenwetter ihre Anwesenheit zeigt. Kleine Dinge, die einem nicht unbedingt img-20170723-wa0008.jpgeinen mega Lachflash bescheren, sondern ein leicht verträumtes Lächeln zaubern, das einen einfach wohlfühlen lässt in der Welt und mit sich. Ich nehme mir vor trotz Gefühlen, die mich überrollen, belasten und überfordern, auf die kleinen Dinge zu achten, die Leichtigkeit in einen Moment bringen können. So zum Beispiel auch die kleine Zahl 60, die ich heute vor kotzfreie Tage schreiben kann. Ok es ist keine kleine Zahl für mich, es ist eine mega-Fortschritt für den ich ein breites Lächeln übrig habe 🙂

Ich wünsche euch noch einen schönen Abend – versucht euch von den kleinen Dingen verzaubern zu lassen, auch wenn das Leben verregnet ist  😉 Liebe Grüße eure Elli!

6 Gedanken zu “bezaubernde Hasenpatenkinder

  1. Gratuliere zu deinen 60 Tagen, du kannst stolz sein! 🙂 Kanninchen sind wirklich niedlich, ich hab vor Jahren 4 mit der „Flasche“ aufgezogen. Und Seit einer Woche habe ich einen Feldhasen der gepäppelt wird. 🙂 Das mit den Gefühlen kenne ich, ganz schlimm war für mich aber die Anfangszeit, denn ich kann heulen und das war sehr sehr oft. Ich suche derzeit andere Kompensationsmöglichkeiten um sie zu verarbeiten/auszudrücken. Schwierig. Aber du bist auf einem guten Weg, du erkennst sie, und weinen ist „nur“ eine Kompensation von Traurigkeit. Du empfängst die Traurigkeit, das ist auch eine Möglichkeit. Ich bin stolz auf dich ❤

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    1. Danke für deine Nachricht 🙂 ja ich bin auch drauf und dran Möglichkeiten zur Verarbeitung zu suchen – es steht immer die Frage im Raum: hat es jetzt geklappt? Aber alleine das Wahrnehmen und eingestehen das sie da sein dürfen, hilft.
      Ganz liebe Grüße ❤

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  2. „Ist es Einbildung oder können Gefühle etwas wiegen, kann man sie als Gewicht auf den Schultern spüren?“ –

    Nein, liebe Elli, das ist keine Einbildung. Es sei denn, ich würde mir das auch einbilden. – Nein, ich denke, Gefühle wiegen wirklich etwas. Und das spürt man auch.

    Ich finde es sensationell, wie Du gerade diese Gefühlsachterbahnfahrten meisterst, wie Du ein Bewusstsein dafür entwickelt zu haben scheinst, sie in ruhigeres Fahrwasser zu steuern, wie das nach und nach Dein Unterbewusstsein zu werden scheint. – Das ist unglaublich gut, und irgendwie muss ich es hinkriegen, dass ich mir den „Dreh“ von Dir abgucke! 😉

    Ich freue mich sehr mit Duir. Und die so genannten kleinen Dinge sind tatsächlich unsagbar wichtig. Wir dürfen die nie geringschätzen …

    Die Häschen sind allerliebst. Du nimmst die doch bald in dem neu genauten Ställchen für eine Zeitlang bei Dir auf, nicht wahr?!

    Viele ganz liebe Grüße an Dich!

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    1. Ja, ich muss sagen, dass sich da ob im Unterbewussten oder Gehirn generell etwas tut, sich etwas neu verbindet… wenn ich da Artikel lese, die ich ziemlich am Anfang hier geschrieben habe noch vor meinem Jakobsweg, merke ich einfach die Veränderung. Aber es war und ist immer noch eine Heidenarbeit im Bewusstsein sich mit diesen Gefühlen auseinanderzusetzen. Die schlechten nicht zu verdrängen sondern einfach da sein zu lassen ohne sich negativ von ihnen herunterziehen zu lassen, akzeptieren, dass es sich gerade blöd anfühlt, aber zu verstehen, dass es sein darf und nicht ewig andauert. Ich wünsche dir, dass auch du Schritte gehst, deine Gefühle etwas zu entschärfen! Ich denke jeder kann da seinen eigenen Weg finden.

      Die Hasis sind schon in dem gebauten Stall, der war für die Freundin und die neuen Häschen 😉

      Danke und liebe Grüße zurück! 🙂

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