Tierliebe

Es ist so komisch leer heute Abend in der Wohnung. Becci ist auf Nachtdienst (24h Schicht), das dritte mal jetzt und es wird der Standard werden. Es ist komisch sich daran zu gewöhnen, dass sie nicht da ist. Ich glaube dafür brauche ich auch noch einige Zeit. Obwohl ich vieles machen könnte und vielleicht auch, wenn sie da wäre nicht jede Minute mit ihr verbringen würde, fühle ich mich gelähmt. Als hätte sie meine Motivation – ein Stück Willen, mitgenommen. Im Vorfeld ist es gar nicht so schlimm, ich weiß, wann sie das nächste Mal auf Nachtdienst sein wird und jedes Mal denke ich mir: „So schlimm ist es nicht, ich könnte das und das und das machen und wollte ja auch mal wieder ….“ Und doch tue ich es dann nicht, sondern zähle gefühlt nur die Stunden und fülle sie mit nichts, bis sie wieder kommt. Nur um mir im Nachhinein dann zusagen: „Warum habe ich nichts Produktives gemacht?“ Unsere Beziehung war zu Beginn eine Fernbeziehung, doch seit August letzten Jahres, wohnen wir zusammen und sie lag seitdem jede Nacht neben mir. Ich vermisse sie, obwohl es lächerlich scheint, da sie ja schon morgen Nachmittag wieder kommt. Dennoch erscheint mir heute Abend alles so melancholisch. Das Gefühl lässt sich ganz gut händeln und verdrängen bis zum Abend. Bis ich dann im Bett liege und realisiere, dass sich die leere Bettseite nicht mehr füllen wird. Es ist eine Leere, die ich auch in mir spüre und es kommen alte Gedankenmuster wieder. „Essen oder Alkohol trinken? Nein! „, schreit es in mir. Dahin möchte ich nicht zurück. Also schaue ich einen Film oder beginne zu schreiben und dabei leisten mir 1,2 oder 3 Tiere Gesellschaft. So wird die Leere und Stille gefüllt. Über Nacht kommen dann alle aus dem Schlafzimmer raus – ich will die ja nicht verziehen, nur wegen irgendwelchen Gefühlen. Vor allem Arzu (Hündin) lernt ganz schnell nah dem Prinzip: Was ich einmal durfte, darf ich immer und bei einem Verbot kommt dann ihr Hundeblick, dem man widerstehen muss. Bei den Katzen ist eh Hopfen und Malz verloren, die nehmen sich was sie wollen 😀

Was würde ich ohne unsere Tiere tun? Vermutlich weniger Staubsaugen und oft gemütlicher auf dem Sofa sitzen – mit mehr Platz. Ein Jahr sind unsere 2 Katzen jetzt schon fast bei uns. Einige Monate weniger der Hund. Da wir uns nicht auf „entweder oder“ einigen konnten, holten wir uns Katzen und Hund. Und von diesen drei möchte ich keines mehr missen. Gerade jetzt in diesem Moment liegt Arzu neben mir und schnarcht, während der Kater auf meinen Beinen liegt und schnarcht. Sie geben so viel Liebe ohne es bewusst zu tun. Noch bis vor einem halben Jahr wollten wir nicht so recht glauben, dass sich Katzen und Hündin anfreunden – Heute kuscheln sie miteinander und spielen zusammen. Es ist schon genial, so eine Entwicklung bei allen drei Tieren miterlebt zu haben.

Katzen und Hunde haben von Natur aus gegensätzliche Körpersprachen. Das Schnurren bei Katzen, was Wohlbefinden ausdrückt, wird bei Hunden als Knurren und Bedrohung gewertet. Das Schwanzwedeln bei Hunden, was Freude symbolisiert, sehen Katzen als Angriff. Während am Anfang die Katzen vor Arzu weg liefen, gehen sie jetzt direkt auf sie zu und fordern sie zum kuscheln oder spielen auf. Sie kommunizieren und verstehen sich auf ihre eigene erlernte Art und Weise. Einfach süß 🙂 Somit geben sie sich nicht nur untereinander Liebe und Gesellschaft, sondern auch ihren Frauchen.

Einen lieben tierischen Gruß und einen schönen Abend wünscht euch eure Elli 😉

Ein Gedanke zu “Tierliebe

  1. Wenn sich Menschen nur häufiger so aufeinander einzustellen und einzulassen wünssten, wie es Eure vierbeinigen Freunde vorleben. Die Welt wäre eine andere …

    Solche Tiere, wie ihr sie habt, können sehr erden und dem Menschen wirkliche Freunde sein. Schön, dass Ihr sie habt.

    Ganz liebe Grüße an Dich, Elli! 🙂💚

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