Worte teilen // Ja – Sagen

Ja, ich habe die Versprechen nicht eingehalten. Versprechen welche ich hier gemacht habe, und ich mir selbst gegeben habe. Nämlich weiterzuschreiben und zu erzählen, von mir und meinen Leben. Es kam nicht dazu, ich kam nicht dazu. Immer wieder eine Frage, die mich hinderte hier Worte zu schreiben, war: Worüber soll ich schreiben? Und auch wo ich anfangen soll… Das ich schreiben möchte sagten mir meine Gedanken in letzter Zeit. Ich möchte wieder Gedanken loswerden und Abschicken, Worte teilen. Aufgehalten wurde dies immer vom großen Wie und Worüber.

Heute habe ich mich aufgerafft, die Seite auf dem Laptop geöffnet und begonnen die Tasten zu drücken. Das Wie ist abgearbeitet, jetzt folgt das worüber. Es gibt so viel, worüber ich berichten kann, 2019 war ein aufregendes Jahr, in welchem sich vieles verändert hat. Doch wo soll ich anfangen, welche Veränderung erzählen? Soll ich überhaupt darüber schreiben, ist es überhaupt interessant? Möchte ich es teilen?              Fakt ist: Ich möchte wieder schreiben, ich möchte dadurch meine Gedanken ordnen. Und ich möchte davon erzählen, dass es ein Leben nach meiner Essstörung gibt – ohne sie.

Ich möchte anfangen mit einem aktuellen Thema in meinem Leben, welches dieses vermutlich etwas verändern wird. Ich werde heiraten! 🙂 Nach dem Antrag, welchen ich im Oktober 2018 gestellt habe, wird im Juni der große Tag sein. Soweit zumindest der Plan… Über ein Jahr haben Becci und ich geplant. Über ein Jahr habe ich realisieren können, dass ich es wirklich tun werde: ich werde heiraten, werde eine Frau heiraten. Es scheint inzwischen ganz normal für mich, war es jedoch nicht. Vor 3 Jahren hätte ich nie daran geglaubt mit einer Frau zusammen sein zu können, geschweige denn zu heiraten – einfach weil es nicht in meinem Horizont lag, es sich einfach nicht gehörte. Aber ich schweife schon wieder ab.. das soll mal eine extra Thema werden. Ich war bei der Planung der Hochzeit – wir haben gebucht, gekauft, reserviert, Zeiten abgestimmt – waren fröhlich, verzweifelt, erwartungsvoll und so vieles mehr und dann schien an alles gedacht, alles rund und so schön.  Dann kam Corona und nun sind wir daran all das Runde, den perfekt getimten Plan wieder über den Haufen zu werfen. Wir hängen in der Luft, in welchem Umfang die Feier stattfinden kann. Sicher ist jedoch, wir wollen heiraten, wollen Ja-sagen, wenn auch erstmal nur im kleinen Kreis. Kann nicht einmal etwas nach Plan laufen? Jetzt haben wir weiße Kleider im Schank hängen und keine Schneiderin, ein Gästebuch und vielleicht keine Gäste, einen DJ und eventuell keine Tanzfläche. Wir beide in unseren weißen Kleidern laufen im Park über die mit weißen Schleifen und Blumen geschmückten Weg zum kleinen Pavillon, in welchem wir Ja- Sagen. Familie und Freunde stehen am Rand. Wir stehen am Altar und unsere Hündin bringt uns das weiße Körbchen mit den Ringen, die wir austauschen. So der Traum – was haben wir geübt, dass Arzu das Körbchen hält und trägt, was waren wir verzweifelt, weil sich nicht die passende Location finden lassen wollte. Und jetzt? Kein Park, wegen den dort nicht umsetzbaren Hygienemaßnahmen – Ein Zimmer im Rathaus, in welchem Hunde verboten sind. Doch verschieben wollen wir nicht, da wir so lange auf dieses eine Datum hingearbeitet und gefiebert haben. Nun müssen wir schauen was wird – was sich in den 60 Tagen bis zu Hochzeit noch verändert. 

Trotz allem: Ich freue mich darauf. Ich vertraue darauf, dass der Tag trotz Änderungen schön wird. Schließlich habe ich vor nur einmal in meinem Leben Ja zu sagen. 

So weit so gut für den ersten Beitrag seit ca. einem Jahr. Ich hoffen das ich das Versprechen „Ich bin zurück“ halten kann. Ich würde es meinem Kopf wünschen, denn schon jetzt nach den heutigen Worten merke ich, wie gut es mir tut, wieder zu schreiben. 

Ganz liebe Grüße und bleibt gesund!                                                                                                Eure Elli 🙂

5 Gedanken zu “Worte teilen // Ja – Sagen

  1. Wie schön, Dich wieder einmal zu lesen, liebe Elli. – Und wie unglaublich schön, dass Deine Beziehung zu Becci so eng und so tragfähig geworden ist, dass Ihr Euch heiraten möchtet. – Ich freue mich sehr für Dich, für Euch.
    Und ich freue mich genauso sehr, dass Du davon schreibst, dass Du nun ein Leben NACH der Essstörung führst. Dafür hast Du tapfer gekämpft …
    Ich wünsche Dir, dass Ihr ungeachtet der ganzen derzeitigen Misere in einem Rahmen heiraten könnt, der Euch zusagt, der Euch erfüllt, der in ungetrübt schöner Erinnerung bleibt.
    Ganz viele liebe Grüße an Dich! 💚

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