Willkommen im Jahr 2019

Und schon wieder ist es ca. 3 Monate her, das ihr hier was von mir lesen konntet. Ich bin gut ins neue Jahr gerutscht – ich hoffe ihr auch. Silvester verbrachte ich mit Becci bei meinen Eltern. Am 1.1. feierten wir unser 1-Jähriges… Es scheint immer noch so neu und aufregend und einfach unfassbar, das wir nun ein Jahr zusammen sind. Und was soll ich euch sagen? Ich liebe sie. Das Jahr 2019 wird toll, schon alleine aus dem Grund, das Becci ihr Studium beendet und zu mir in den Norden zieht.

Meine Vorsätze fürs neue Jahr? Keine – außer glücklich sein. Das gelingt mir immer besser, vor allem das annehmen dabei, das ich es darf. Was sich auch sehr stark verändert hat und doch bitte so bleiben soll, ich meine Selbstakzeptanz. Am 31.12.18 stellte ich mich seit Monaten mal wieder auf die Waage, davor bin ich ihr aus dem Weg gegangen bzw. waren auch keine Gedanken da. Was soll ich sagen… Gemessen an alten Maßstäben: Die Zahl war scheiße. Gemessen an meinem Fühlen: Die Zahl war okay und akzeptiert. Ich habe zugenommen, bin nun einige Kilo entfernt von der 5 vorne, aber was solls? Ich werde geliebt so wie ich bin und das krasse ich, das sich mein Körper einfach mega gut anfühlt wenn Becci ihn berührt. Mein größtes Problem, das mich am glücklich sein hindert ist mein fehlender gesunder Egoismus. Ich achte zu wenig auf mich und nehme mir zu wenig, besonders auf der Arbeit. Es ist nicht so das ich mich ausnutzen lasse, aber es ist schwer mit der Verantwortung die ich habe umzugehen und mich z.B. nicht immer einzuteilen, wenn jemand ausfällt. Dabei habe ich das beste Team überhaupt hinter mir – sie stehen hinter mir, unterstützen mich, respektieren mich und vor allem, haben sie ein Verständnis für meine Fernbeziehung. Mit so einem Team kann man viel schaffen. Und nun möchte ich eine Geschichte von einem Jungen teilen, den wir ins Kinderhaus aufgenommen haben kurz nach Weihnachten. Es ist ein 11-jähriger Junge der uns alle an die Grenzen bringt. Er ist aus der ambulanten geschlossenen Psychatrie zu uns gekommen. Davor war er bei seiner Mutter, die nicht mehr wusste wohin mit ihm, da sie ihn nicht händeln konnte, er sie gekniffen und getreten hat, alle möglichen Dinge zerstört hat und mit Kot die Wände beschmierte. Die Mutter hatte während seines Lebens ihn immer wieder versucht in Heimen unterzubringen, von dort ist er jedoch immer wieder geflogen. Kurz: der Junge konnte nicht mit und nicht ohne seine Mutter, fast jeden Tag in seinem Leben sah er seine Mutter und war zu 100 Prozent auf sie fixiert. Seine Auswahl ist jetzt, entweder unser Kinderhaus oder die geschlossene Psychatrie. Kognitiv ist er nicht in der Lage dies zu begreifen. Seit er bei und ist probiert er aus, er schmeißt mit Geschirr, tritt und kneift, schmiert mit Kot oder überflutet Bäder. Er ist so darauf fixiert, das alle sauer auf ihn sein sollen, dass er nicht bemerkt, wie schön es sein könnte. Er möchte für sein schlechtes Verhalten belohnt werden – so wie es bisher immer war. Hat er etwas angestellt, wurde er „ruhig gestellt“, mit Fernseher oder die Mutter wurde gerufen oder war da. Hat er etwas kaputt oder dreckig gemacht, hat er die volle Aufmerksamkeit und wird nicht alleine gelassen. Bei uns muss er alles selber sauber machen, er wird alleine gelassen und seine Mutter kommt nicht (zumindest noch nicht). Er bekommt nicht immer seinen Willen egal wie nervig er ist und es gibt die „blöden“ Betreuer, die Chef spielen. Der Umgang mit dem Jungen ist hart und kostet mich immer wieder alle Nerven. Es ist schwierig fachlich zu bleiben und nicht persönlich, Abstand zu wahren und immer zu einen starken Willen zu haben. Es ist eine Herausforderung, die mich hoffentlich über meine Grenzen bringt und stärker macht im Beruf. Zumindest hat sie jetzt schon viele neue Erfahrungen gebracht, denn so einige extreme Situationen mit dem Jungen waren für mich neu. Es wird dauern bis der Junge seine bisherigen Methoden über den Haufen wirft und lernt, dass es anders geht. Bis er hoffentlich umdenkt und in seinem Leben andere Ziele benennt.

Soweit erstmal von mir – im neuen Jahr. Ich hoffe ich schaffe es mich öfter zu melden – vorgenommen habe ich es mir ganz fest!

Ganz liebe Grüße, eure Elli 🙂

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