Die Veränderung geht weiter

Nun ist es fest. Ich hab es endgültig gemacht. Ich habe meinen Nebenjob gekündigt. Ab März bin ich keine Schmuckverkäuferin mehr. Es ist einfach nicht schaffbar, dadurch das ich nun wieder zu Hause wohne und einen längeren Anfahrtsweg dahin habe. Ich bin 9 Stunden unterwegs um 5 Stunden zu arbeiten. Heute habe ich die Kündigung weggeschickt. Auf der einen Seite ist es eine Erlösung denn nun fällt dieses unsichere Schwanken zwischen ich kündige oder ich bleibe weg.  Sowas macht doch verrückt. Seit Anfang Dezember habe ich schon darüber gegrübelt. Er bringt Geld und macht Spaß. Die Kolleginnen sind nett und wir kommen super miteinander aus. Der Job hat mir geholfen jetzt zu sein wo ich bin… Mit Erfahrungen, die ich durch ihn gemacht haben, mit Wissen, dass ich durch ihn bekommen habe und auch im Kampf gegen meine Essstörung. Mein erster offizieller Arbeitstag war mein erster kotzfreier Tag. Der Job hat mich gefordert und gefördert und war oft ein Strohhalm an den ich mich geklammert habe, um nicht wieder abzurutschen wenn Doris gerufen hat. Wenn ich hinter dem Tresen stand war ich eine Verkäuferin, die funktioniert hat. Ich konnte mich als solche nicht mit einer Essstörung rumschlagen. Klar habe ich während der Arbeit vieles verdrängt, aber es war gut, denn so habe ich gerade in den ersten Monaten, wo es schwer war die Essstörung loszuwerden, ein paar kopfliche Erhol- und Überlagerungspausen von ihr gehabt. Aber nun habe ich Angst, dass mir der Job zu viel werden würde. Nun haben sich die Umstände verändert. Nun bin ich nicht mehr dort, sondern hier – hier zu Hause und bald konzentriere ich mich auf meinen Studiumsabschluss. Auf die zweifelaufwerdende Frage: War es eine richtige Entscheidung?, werde ich wohl erst in einiger Zeit eine Antwort bekommen. Doch ich wäre nicht ich, wenn ich zu Hause hocken und Däumchen drehen würde. Ab heute gebe ich in einer Nachbargemeinde Kinderstunden. Das heißt ich erzähle den Kindern von Gott und werde aber auch Spiele und Anderes mit ihnen machen. Heute lerne ich sie kennen und bin gespannt was mich erwartet. … Tja so sieht es derzeit aus bei mir. Und gerade bin ich froh das ich Muse und Zeit gefunden habe um mal wieder hier was zu schreiben. Wenn auch nichts poetisches wie ich gerne würde, immerhin ein paar Worte hinter einander. Ich würde zur Zeit gerne wissen, wieso das Schreiben mir so schwer fällt. Ich habe so vieles angefangen zu schreiben, aber schon nach wenigen Worten war Schluss. Aber ich bin mir sicher, dass es vorbei gehen wird. Es ist nicht das erste und sicher auch nicht das letzte Mal.

Essstörungstechnisch bin ich heute bei meinem 234. Tag – 7 Monate – über ein halbes Jahr. Ich würde gerne schreiben das ich stolz darauf bin, aber heute kann ich es nicht schreiben, weil ich es nicht fühle. Die letzte Woche musste ich oft dagegen ankämpfen Doris zu widerstehen. Ich habe einige kleine Fressattacken gehabt, vor allem auf Schokolade basierend, oft war der Wunsch kotzen zu gehen da. Ich finde gerade (wie so oft) keine Ausgeglichenheit in meinem Essverhalten. Das jeder Tag anders abläuft ist auch nicht gerade förderlich. Ich wohne wieder zu Hause in einem Haus mit vielen Lebensmitteln denen es oft zu widerstehen gilt. Derzeit zweifle ich oft an mir, in allen möglichen Dingen, nicht nur das Essen betreffend. Dennoch kann ich schreiben, dass ich gerade keine Angst spüre wieder rückfällig zu werden. Ich habe Lichtblicke, ich werde eine Zukunft haben, auch wenn sie unsicher erscheint und so viele Veränderungen bereit hält. Das neue Jahr ist noch nicht mal 3 Wochen alt und doch passiert schon so viel, das Leben steht einfach nicht still. Aber wäre ja auch irgendwie nicht richtig wenn es so wäre.

Morgen soll es hier bei mir schneien 🙂

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Ich sende euch ganz liebe Grüße!

Eure Elli

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5 Gedanken zu “Die Veränderung geht weiter

  1. Ich finde es richtig schön, dass Du die Sache mit den Kindern angehen möchest. Kann mir das sehr interessant vorstellen. Geht das in die Richtung Arbeit, die Du Dir nach Deinem Studium vorstellst?

    Du weißt ja, dass ich mich selbst gerade sehr frage, ob meine Kündigungsentscheidung richtig war, und, dass der Weg des Erkennens, Realisierens, Annehmens aber auch Zweifelns und Sorgens ein ganz schön schwieriger und langer ist. – So kann ich Deine Gedanken und Empfindungen, nachdem Du jetzt Deine Kündigung losgeschickt hast, ganz gut nachempfinden.

    Ich denke aber, dass Du eine richtige Entscheidung getroffen hast. Dann, wenn Du mit Deinem Studium fertig bist, stehen sowieso noch mal grundsätzlichere Weichenstellungen an, insoweit ist jetzt alles Übergang. Und den solltest Du Dir so gestalten, dass Du Zeit für Dich, für Deine Abschlussarbeit und für genug Muße drumherum hast. Alles weitere kommt dann …

    Oh je, das mit der Schoki ist nicht einfach. Da muss auch ich mich jedesmal sehr um Beherrschung bemühen … Ich drücke Dir sehr die Daumen, Du wirst es schaffen, liebe Elli, Du hast es schon so weit geschafft, mit so vielen positiven Erfahrungen!

    Ganz liebe Grüße von einem, der Dir in und mit dem Herzen beisteht!

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  2. Ich finde es bewundernswert, wie Du Deinen Weg gehst – trotz all der Veränderungen im noch jungen Jahr 🙂 Ich finde es gut, dass Du sagst „Das ist zu viel“ und Deine Konsequenzen ziehst. Und dass Du schon so lange Zeit Doris‘ Rufen widerstanden hast, ist eine mehr als respektable Leistung. ❤ Ich glaube fest daran, dass Du auch in Deinem Elternhaus Deinen Weg gehen kannst – ohne Doris. Oder zumindest ohne ihr nachzugeben. Du bist stark, Du schaffst das ;-)!

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  3. Ich finde, du kannst trotzdem sehr stolz über deinen Erfolg sein! Du hast Doris so lange Zeit den Rücken gekehrt – da können selbst ein paar FA nichts daran ändern. Gratulation dafür und der Tatsache, dass du dich für einen mutigen Schritt entschieden hast und neue Wege einschlägst. Eine Entscheidung für sich zu treffen, ist meist die richtige!
    Liebe Grüße!

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