Ereignisse der Woche

Vom 50. Geburtstag bis zu einem Krimidinner war diese Woche alles dabei. Letzte Woche Donnerstag bis Sonntag besuchte ich eine Freundin im Rolli – Shoppen, Zoo, Fernsehabend, Pizza essen, Wii spielen… füllten die schönen Tage für die ich gerne die Autofahrt auf mich nahm. Der Montag bestand ganz aus der gemeinsamen (mit meinen Schwestern) Gestaltung des Geburtstagsgeschenkes für meine Mutter – 50 Jahre, 50 mal Danke, schön unterlegt mit alten Kinderfotos, die wir aus unzähligen Fotoalben zusammensuchten. Am Dienstag celebrierten wir den 50. Geburtstag meiner Mutter. Sie hatte sich etwas besonderes ausgedacht – eine Wanderung durch den Wald zu einem Töpferkurs, einem Restaurant zum Kaffee trinken und einem Restaurant zum Abendbrot essen. Von morgens bis abends hatte wir einen schönen Tag. Am Mittwoch stand eine Shoppingtour mit einer Schwester und einer Oma an – neben ein paar Klamotten gab es auch ein kalorienreiches chinesisches Buffetessen. Der Donnerstag war geprägt von einem Tiefpunkt des Körpergefühls – 7 Tage am Stück im Ausnahmezustand essen – viel zu viel, zu ungewohnt, zu kalorienreich, kein Ausgleich dazu… die Waage schrie doch mich hält so wie jetzt immer noch die Angst davor zurück auf sie zu steigen. Ich fühlte mich so hilflos, gefangen im eigenen Körper mit zu viel Gewicht – ich fühlte mich unwohl und kontrolllos. Und was ist mein Schema wenn ich Angst habe die Kontrolle zu verlieren? Doris… ja und dieses Monster der Essstörung schrie auch so laut wie schon lange nicht mehr: Essen und Kotzen! Gegessen habe ich und das zu viel, automatisiert, zur Beruhigung, um abzuschalten und diese Hilflosigkeit nicht mehr fühlen zu müssen… gekotzt habe ich nicht, auch von den Abführmitteln ließ ich die Finger… einfach drüber stehen und weiter machen. Erinnern was passieren würde, wenn ich den Reset Knopf drücke, vorstellen, wieder vollkommen eingenommen von der Essstörung zu sein, das frei leben aufgeben für Schamgefühl und Selbsthass – nur um mich für einen Moment gut zu fühlen und mich irgendwie vor dem schweren Weg zu drücken. Drücken tat ich mich gestern auch nicht vor dem 4- Gänge Menü im Rahmen eines Krimidinners, welches ich mit Oma besuchte. Es war ein Event was man mal erlebt haben kann, essen und eine Art interaktives Schauspiel mit Mord und Rätsel. Das Menü war reichlich und das nach einem schon recht ausgiebigen Frühstück und Mittag. Ich wollte sparen, ausgleichen, mich wieder ins Gleichgewicht bringen in der Essenszufuhr und will es heute immer noch, doch ich schaffe es nicht. Ich schaffe es zur Zeit nicht auf Essen zu verzichten bzw. wenig zu essen – ein inneres Verlangen scheint die ganze Zeit nach Nahrung zu schreien und ich bin zu schwach, um zu widerstehen – ich esse zu viel, zu viel zwischendurch, das ist Fakt. Aber schaffe es in keine großen Fressanfälle zu schlittern – aber wie lange geht das noch gut? Zur Zeit bin ich unzufrieden mit meinem Essverhalten, ich will nicht hungern, aber ich will mich auch nicht ständig voll essen. Doch es gibt einfach zu viel, ich komme mir vor wie in einer Fressanfallphase, wo alle Lebensmittel, die ich sehe, mich zum essen verleiten. Es ist nervig einfach nur nervig und frustrierend, weil ich es nicht schaffe nein zu sagen, sondern es nur schaffe das Maß nicht zum Platzen zu bringen und Stop zu sagen. Wie gerne würde ich mich fallen lassen und die innere Mauer umstoßen, die mich vor dem endlosen Essen abhält. Was genau der Grund für den derzeitigen Zustand ist würde ich zu gerne selber wissen. Meine Vermutung liegt auf den Verpflichtungen und Abhängigkeiten von denen die letzte Woche geprägt war. Ich musste mich nach anderen richten, war abhängig und in gewissem Sinn verpflichtet zu essen und da zu sein, auch wenn ich innerlich nicht wirklich Lust hatte und einfach mal ausschlafen wollte. Es waren Verpflichtungen, die ich gerne machte und auch in sie eingewilligt hatte, wie Oma zum Arzt zu begleiten, das Krimidinner, der Besuch und auch der Geburtstag ist eine Selbstverständlichkeit, aber durch all das habe ich mich glaube in die Enge und unfrei gefühlt – ich musste funktionieren und parat sein hat einen Druck ausgelöst. Ich möchte keinen der vergangenen sehr freudigen Tage missen und habe es auch jedes mal genossen im Restaurant zu essen, darauf freue ich mich auch immer wieder. Meine derzeitige Situation beruht nicht auf dem äußeren Begebenheiten, sondern darauf wie ich mit diesen umgehe und was diese in mir auslösen. Mir ist in letzter Zeit bewusst geworden, das der Drang zu Essen (außerhalb des Hungergefühls) vermehrt auftritt wenn ich Termine oder Verpflichtungen habe, wenn viel los ist und ich in Stress gerate oder aber bei dem Gegenteil, wenn ich nichts mit mir anzufangen weiß vor Langeweile – also ich esse, wenn ich abhängig bin von Terminen oder Personen, vermutlich um mich von dem damit einhergehenden Druck zu distanzieren oder ich esse, um mich abhängig vom essen zu machen, weil ich nichts mache, aber ein schlechtes Gewissen habe, wenn ich keine Aufgabe erfülle. Essen außerhalb der notwendigen Nahrungszufuhr stellt heruntergebrochen bei mir anscheinend so etwas wie eine angeeignete Verarbeitungs- bzw. Überlebensstrategie dar. Ich werde versuchen damit noch besser umzugehen, doch werde mich nicht verfluchen, wenn ich mal wieder zu viel esse – es ist ein erlerntes Muster, was ich schon etwas verändert habe. Nächste Woche startet die Uni wieder, da kommen einige Veränderungen auf mich zu, vor allem werde ich dann vermutlich auch nicht mehr so viel zu Hause sein. Ansonsten geht es in großen Schritten auf unser örtliches Kirmeswochenende zu (noch 2 Wochen). Die Wochenenden sind mit Vorbereitungen gefüllt. Heute morgen war Plakate aufhängen angesagt, es finden noch Versammlungen statt und nächste Woche startet dann schon der Zeltaufbau. Über jedem Tag hängt: Du musst noch in dein Kleid passen und der Gedanke: Mit Kotzen könntest du es noch schaffen einige Kilo abzunehmen, dem es zu widerstehen gilt. Diese Gedanken und meine derzeitige Körperwahrnehmung passen nicht zusammen, aber ich habe mich entschlossen, das derzeitige Kotzfrei weiter durchzuziehen. Nach dem ich letztes Jahr durch meinen Klinikaufenthalt verhindert war, möchte ich dieses Jahr wieder mit die Kirmesgesellschaft im schönen Ballkleid vertreten, auch wenn es mir etwas Angst macht mich mit über 10 kg mehr zu präsentieren und ich einfach nicht meinen Vorstellungen von mir im Kleid entspreche. Mein Außen, die Umwelt und das Timing von Terminen kann ich oft nicht ändern und auch meine Innere Gefühlslage kommt und geht automatisch, da wo ich meinen Handlungsspielraum habe ist dazwischen in dem Umgehen und harmonisieren der beiden Pole. Bei dem Wie stecke ich gerade noch, auf jeden Fall habe ich begriffen, das Kotzen keine Lösung ist. Mein Glaube und Beten hilft da manchmal: Ich weiß das ich abends im Restaurant essen muss, ich weiß auch das ich keine Lust dazu habe, weil es die letzten Tage schon viel zu essen gab, ich weiß aber auch das ich es mag im Restaurant zu essen und nicht nur einen Salat essen will. Eine Situation die blöd ist und schwer, aber die vorbeigehen wird. Nur weil ich bete oder Gott in der Situation bei mir ist, setzt das essen nicht an oder ähnliches… weil Gott bei mir ist bin ich nicht alleine mit dem miesem Gefühl, das danach kommen wird, er trägt es mit und so gelingt es mich auch auf die schönen Sachen dabei zu konzentrieren: Das leckere Essen, die tolle Gesellschaft, das Flair… und wenn ich Gott dafür danke, dann ist das Gute auch in der Phase des miesen Gefühls noch da bzw. kommt wieder. Ich habe verstanden, das Glaube das Schwere nicht einfacher macht, aber er gibt in schweren Zeiten, das Vertrauen auf leichtere Zeiten oder den Blick auf das Gute und er gibt Zuspruch, dass ich nicht alleine bin und alles einen Sinn hat.

Zu dem letzten Satz möchte ich eine Geschichte anbringen. Eine gute Freundin und Nachbarin von mir ist als Au-Pair diesen Juli nach Los Angeles gegangen. Geplant war ein Jahr bei der Gastfamilie zu wohnen. Immer wieder berichtete sie voller Freude wie schön es dort ist (sie liebt große Städte) und das sie auch gut mit den 3 Kindern klar kommt. Plötzlich sagt sie mir, das sie gekündigt wurde – auch für sie kam es überraschend. Der Grund war nur die Mutter, die sagte sie käme mit ihr nicht klar und würde lieber ein anderes Au-Pair Mädchen haben. Ein Traum war geplatzt, sie stand vor dem Nichts. Nun ist es in den USA ja so geregelt, das ohne Visum gar nichts geht und das meiner Freundin gilt nach der Kündigung Ende September nun noch ca. 2 Wochen. Nun stand nicht nur bei ihr ein großes Wieso? im Raum. Ihr ging es richtig mies, was verständlich ist kam sie doch mit den Kindern und diese mit ihr super zurecht und so Richtig wusste sie auch nicht wie es mit ihr nun weiter gehen soll . Auch mich beschäftigte es – alleine in so einem großen, unbekannten Land… Ich betete viel für sie mit, wieso lässt Gott das zu? Die Antwort haben wir vor ein paar Tagen erfahren. Um ihre Restzeit zu genießen, fuhr sie nach Las Vegas. Dort begegnete sie einem aufrichtigen und freundlichen Ehepaar, welches reichlich Geld und Platz im Haus hat und sie aufnahm. Die erste Skepsis verflog und die bisherigen Tage berichtete sie nur Gutes. Zusammen unternehmen sie viel und bei alldem muss sie keine Unterkunft oder Verpflegung zahlen und hat Bekannte in Las Vegas, die sie immer wieder gerne aufnehmen, auch mit Freunden. Und inzwischen freut sie sich auch etwas nächste Woche der lauten Stadt zu entfliehen und unsere gute Landluft wieder zu schnuppern… Wer weiß was ihr durch dieses Ehepaar noch ermöglicht wird – in jedem Fall bin ich mir sicher, das Gott da seine Finger im Spiel hatte.

 

Ich wünsche euch noch ein schönes, sonniges und behütetes Wochenende!

Eure Elli 🙂

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Ein Gedanke zu “Ereignisse der Woche

  1. Ich bete auch für Dich. Es gibt mir Sinn. So tue ich etwas für Dich und für mich. Danke, dass Du da bist, Danke, dass ich Anteil nehmen darf an Deinem Leben, Deinen Kämpfen. Danke, dass Du mich so zu stärken bemüht bist, wie Du das tust, dadurch dass Du da bist, so wie Du bist.

    Ich wünsche Dir, dass Dir viele genussvolle Momente bleiben und dass die Reue kleiner wird. Ich wünsche Dir allen Segen, der möglich ist.

    Ganz liebe Grüße, Elli! ❤

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