Trennende Richtungen

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Ich stehe auf der festen Klippe, über mir der Himmel unter mir das Meer
… Nebel zieht auf – nein er ist schon da und umhüllt mich immer mehr.
Er lässt mein Inneres schweben, abheben und von oben auf das Geschehen blicken:
Menschen bewegen sich – Spielfiguren, mit der Fähigkeit eigene Handlungen auszuführen.
Von oben betrachtet scheint alles so absehbar, so nachvollziehbar und doch so fremd und weit weg.
Ich beobachte und verstehe, doch es scheint mich nicht zu berühren.

Eine neuartige Frage durchzieht meinen Kopf:
Werde ich nicht mehr als schlank gesehen?
Jetzt schon oder darf ich noch so sein?
Bin ich nicht mehr schlank? – eine Frage, die ich mir zuvor oft gestellt habe,
eine Frage, die ich aber nie zu 100% mit Ja beantwortet habe,
eine Frage, die kein wirkliches Angstpotenzial für mich hatte, doch nun…
Die Antwort auf die Frage, wie ich mich sehe, war eine bisherige Ewigkeit immer ähnlich:
Ich bin zu dick, bestehe aus zu viel!
– es war das Monster in meinen Gedanken, dass mir das eingeflüstert hat.
Und doch wusste meine Vernunft, es ist nicht realistisch.
Doch nun nimmt die Masse zu…
Mein Körper wird immer mehr umhüllt von dieser Masse.
Es ist eine Masse, die sich eigenständig bewegt und nicht im Takt der Köperbewegungen schwingt.
Es fühlt sich so neu, fremd und ungewollt an,
sie hängt an mir, klebt wie nicht dazugehörig an mir und beschwert meinen Körper.
Unförmig und undefiniert, nicht zu kontrollieren.

Während mein Inneres schwebt fällt mein Äußeres, es stürzt von ihm losgelöst.
Träume und Wünsche die einen Gegensatz bilden,
Vorstellungen, die nicht zusammen passen zu scheinen,
nicht zusammen gehören und doch irgendwie verschmolzen sind.
Sind sie dennoch füreinander bestimmt?

Gehören die losen Schneeflocken in die feste Kugel?
Gefangen und begrenzt in ihrem Wirken.
Ist gerade das ihr Aufgabe, dennoch frei und ungebunden in dem begrenzten Glasraum zu schweben. ?
Ich denke es soll so sein, sie sind füreinander bestimmt, das Unförmige und das Runde
– das Innen ohne das Außen wäre nicht in der Lage zu existieren, würde direkt übergehen zur Luft und verschwinden.

Was heißt das für mich?
Dass mein Inneneres in den äußeren Käfig gehört?
Doch ist die Masse, die den Käfig ziert demnach auch für mich bestimmt, ist sie richtig?
Die Gedanken und Gefühle hätten ohne die Mechanik und Handlungen des Körpers kein notwendiges Sein.
Es ist das Bewusstsein was die Parteinen verbindet und zusammenfügt.
Aber die Masse erdrückt mich, ist so ungewohnt…
Und es ist gerade der Nebel, der durch ihre Verbindung aufsteigt und mein Bewusstsein belegt.

Mein Äußeres fällt von der Klippe hinab ins Meer,
lässt Gedanken und Gefühle alleine in der Luft schweben, gibt ihnen noch den Sinn des Sehens und Verstehens.
Es zieht mich nach unten, ins Wasser hinein, weg von der Luft, die meine Lungen füllen sollte.
Der Käfig wird zum Gefängnis.
Der Schmerz der Trennung zieht an dem Brustkorb.
2 Parteien oben und unten, verschiedene Wünsche und Ziele, verschiedene Richtungen, alles liegt im Nebel, den ich unterbewusst heraufbeschwöre damit ich die Trennung nicht allzu sehr wahrnehme…
Die Last des Meeres wirkt auf mich, lässt meine Bewegungen schwer und mühsam fließen.
Ich fühle mich so schwer, während mein Verstand über allem schwebt.
Mein umhülltes Bewusstsein betrachtet wie ich sinke.
Es will mir helfen und verbinden, aber findet keine Lösung – alles was ihm bleibt ist zuzuschauen.

Hoffnung, dass der Kugelfisch mich nicht entdeckt.
Hoffnung, dass die Sonne den Nebel vertreiben wird.
Hoffnung, dass ich das Land erreichen kann, um wieder die Luft aufzunehmen.
Hoffnung, dass die trennenden Richtungen zu einem Weg werden.
Hoffnung, dass ich wieder auf der Klippe stehen kann, die Luft und Wasser verbindet.
Hoffnung, dass Gedanken, Gefühle und der Körper in der Zukunft eine freundschaftliche Einheit bilden.
Hoffnung, dass die Masse erträglicher wird und der Frieden des Innen und Außen irgendwann eine verzaubernde Schneekugel bilden.

Weiter machen und hoffen, dass das Bewusstsein mich mit Hilfe des Lichts wieder zu einer akzeptablen Selbst zusammenfügt…

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4 Gedanken zu “Trennende Richtungen

  1. Es ist sehr eindrucksvoll, wie Du Dein Empfinden beschreibst. Und, ich bin aufrichtig zu Dir wie stets, es ist nicht ganz einfach für mich das zu verarbeiten. Nachvollziehen kann ich es schon irgendwie, denn auch ich bin nicht rundrum zufrieden mit meinem Körper. Da hilft auch alle „Weis(ß?)heit der mittleren Lebensjahre“ nichts. 😉

    Aber bei Dir und für Dich liegen die Dinge ja schon ein bisschen anders. Hoffnung scheint mir da ein guter Ansatz zu sein. Sich Zeit geben, Geduld lernen. So schwierig das ist und gerade wohl mit jedem Tag schwieriger für Dich wird. Aber Du bist so unglaublich weit vorangekommen, und Du hast ein Lebensgefühl gespürt dabei, das wundervioll war – so hast Du es jedenfalls immer wieder reflektiert.

    Ich bin sicher, dass vor allem Dein Herz sich an dieses Lebensgefühl erinnert (sic!). Und das ist gut, denn Erinnern ist wichtig – wir hatten gerade darüber gesprochen, liebe Elli.

    Es gab mal eine sehr schwierige Situation für mich, wo ich weder aus noch ein wusste. Ich fragte meine damals noch lebende Mutter um Rat. Und sie hatte einen, den ich zu einem universellen für mich gemacht habe. Er lautete: Hör auf Dein Herz!

    HERZ, liebe Elli – alle meine Wünsche für Dich packe ich jetzt auch hier in ein Herz, eines das sich hoffentlich nun färben wird und ich erlaube mir auch, ein Lied dazu mit Dir zu teilen, hoffend, dass Dich das hier in Deinem Blog nicht stört ( – wenn doch, dann lösch‘ es wieder raus, ich wäre Dir nicht böse darum -) – Hier also das Lied:

    Und hier von ❤ (!) ganz liebe Grüße an Dich!

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    1. Lieber sternfluesterer,
      danke für das Erinnern! Ja es gibt die Momente in denen das Leben so toll war, das wahre Leben und diese Momente sind wie du schon geschrieben hast im Herz gespeichert. Ich denke, das das jedoch oft überlagert wird… Da hilft es sich das mal alles runter zu schreiben, um dahinter zu kommen und zu schauen was im Herz noch so ist. Der Rat deiner Mutter ist weise, wenn auch schwer umsetzbar, weil das Herz leider nicht mit Worten redet.
      Der Text des Liedes ist sehr schön! Danke dafür und auch die Hoffnung, die du mir durch deinen Kommentar sendest.
      (Das Herz ist leider wieder schwarz bei mir) Aber ich wünsche dir dennoch ganz ❤ liche Grüße und auch dir Hoffnung!

      Gefällt 1 Person

    2. Meine liebe Elli, du bist so stark. Es tut mir weh, wenn ich sehe wie du kämpfst. Du hast so viel erreicht. Gib bitte nicht auf. Du bist eine sehr hübsche und tolle junge Frau. Ich bewunderte und bewundere dich von ganzen Herzen. Denk bitte immer daran, das wir nicht wieder dort hin möchten, wo wir vor einen Jahr waren. Nimm das Herz der Wärme und Kraft 💟. Liebe Grüße ute

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      1. Liebe Ute, es ist schön von dir zu hören!
        Danke für deinen tollen Kommentar, der gibt mir Kraft. Du hast so recht damit, dass es nicht wieder wie letztes Jahr werden muss.
        Ich wünsche auch dir alles Gute und viel Kraft! Ganz liebe Grüße deine Elli 😉

        Gefällt mir

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