Gefühle und so…

Wann wirkt denn diese Kanne Kaffee endlich? Gerade ist so ein Moment wo ich echt nichts mit mir anfangen kann – positiv mit einem Schmunzeln betrachtet 😉 Ich sitze am Küchentisch, habe gefrühstückt und sitze jetzt einfach. Ich gestehe mir ein fertig und müde zu sein. Etwas das ich gerade immer mehr lerne – meine Gefühlszustände hinzunehmen wie sie sind. Beim Blicken auf gestern stelle ich fest, das ich eine wahre Achterbahnfahrt der Gefühle durchgemacht habe. Aber das gar nicht so bewusst mitbekommen habe. So viel Spannung auf und abgebaut, ausgehalten, immer mit dem unterbewussten Verlangen nach emotionalem Essen. Gestern morgen ein Streit mit meiner Schwester – eine 18 Jährige die gerade langsam dabei ist sich eine eigene Lebenswelt aufzubauen und da sonst niemand da ist sich als Hausoberhaupt fühlt. Da habe ich meine Schuhe doch einfach mitten in den aufgeräumten Flur gestellt – also echt! :p und dann auch noch „ihr“ Müsli gegessen und den Tisch nicht abgewischt… Ja sie hatte eine regelrechte Meckerphase. Ich bin dann zu Hause zumindest immer so eine Person, die sich das nicht gefallen lässt. Ich fühle mich bei so Vorwürfen im Rahmen der Familie immer persönlich angegriffen, verantwortlich, schuldig, aber auch irgendwie zu unrecht kritisiert. Aber als Älteste von 4 Kindern bist du halt immer in der Verantwortung. Bei so „persönlichen Angriffen“ von Familienmitgliedern behaupte ich mich, ich meckere zurück, mache auch Vorwürfe und rege mich manchmal auch richtig schön auf. Da klappt es mit dem Gefühle rauslassen. Der innere Druck der dabei entsteht beruht auf dem rechtfertigen müssen, weil ich unschuldig oder schuldig sein, weil ich irgendwie versagt habe. Gestern habe ich diese Gefühle wahrgenommen. Statt mich aufzuregen, habe ich mich auf den Druck konzentriert den ich förmlich durch die Vorwürfe in meiner Brust gespürt habe. Ich habe überlegt was gerade los ist – meine Schwester hat einen schlechten Tag und irgendwie ist es schon zum schmunzeln wie sie sich aufregt und versucht ihre Ordnung durchzudrücken – eine Rebellion der kleinen Schwester – so weit das rationale. Der Druck war trotzdem da. Ich habe zu ihm gesagt: Ok sei da, aber essen muss ich deswegen nicht, ich habe ihn einfach gespürt und da sein lassen. Ich habe zu meiner Schwester ganz ruhig gesagt, das sie mich zu unrecht so schlimm aufregt, danach war erstmal Ruhe. Wir sind mit Oma zusammen einkaufen gegangen und die Zeit pustet so kleine Spannungen einfach weg. Ich bekam mein flammendes Kätchen und der Druck war weg. Dann kam das Mittag bei Oma: Zucker am grünen Salat, viel Butter im Kartoffelbrei, Mehl beim Braten auf den Fisch – irgendwie war alles „ungesund“. Ich habe es akzeptiert, dass es mich beunruhigt hat, die Angst angenommen und gegessen. Danach war ich satt und habe mich auf meine Date konzentriert. Da war Freude – Vorfreude. Es war schön, kein angespanntes Gefühl oder ähnliches wie erwartet, er war locker und ich auch. Wir haben viel geredet und auch Vergangenheiten ausgetauscht. Er hat gerade eine 7 Jährige Beziehung hinter sich und ich? Ja ich finde mich gerade noch selbst. Wir werde uns ab und an nochmal treffen, aber es wird nichts ernstes oder gar langfristiges. Obwohl ich auch andere Gedanken im Hinterkopf hatte ist es ok, ich finde es gut so wie es gelaufen ist. Wir waren übrigens Eisbecher essen mit Sahne, Waffel, Pipapo – wieso auch nicht? Gehört zum Leben dazu und er hat ausgegeben 😉 Wieder zu Hause: Kirmesversammlung. 12 Leute um einen Tisch von 14 – 22 Jahre alles dabei -gemeinsam lachen, aufregen, planen, abstimmen, abwägen…. es war eigentlich alles dabei. Mit als Älteste habe ich sowohl was zu sagen und werde auch gehört. Ich würde mich als die bezeichnen, die alle berücksichtigt und im Blick hat, wenn die Stimmung zu schlimm aufkocht, einen Kompromiss sucht und durchsetzt, wenn alle durcheinander reden, auf den Tisch klopft und für Ruhe sorgt. Mein Wort hat Gewicht, das finde ich gut und ich finde es toll, dass es gewertschätzt wird was ich sage. Was mir gestern aufgefallen ist, ist das ich die Gefühle und vor allem Spannungen aufsauge wie ein Schwamm. Es war wieder Druck da, als es lauter wurde – nach außen handele ich überlegt und gefasst, innerlich habe ich den Druck der Umwelt einfach aufgesaugt. Was esse ich beim nächsten Fressanfall? Werde ich ihn heute Nacht oder morgen erst durchführen? – Aus dem Nichts waren auf einmal solche Gedanken in meinem Kopf. Beim bemerken schüttelte ich innerlich nur den Kopf, solche blöden und völlig abgedrehten Gedanken… Ein Fressanfall: Meine Strategie zur Druckbewältigung. Den Druck habe ich nie bewusst wahrgenommen oder gespürt so wie gestern – bin halt kotzen gegangen. Obwohl ich nicht an der Auseinandersetzung dran schuld war, oder für Sonstiges die Ursache, habe ich einen komischen Gedankengang. Wenn Druck, Spannung, etc. oder wie man es halt bezeichnen will in meiner Umwelt herrschen, bin ich schuld (oder zumindest mit schulld), ich bin ungenügend, ich bin eine Versagerin… und das auch wenn ich theoretisch gar nichts damit zu tun habe. Schon komisch…Sind halt Gefühle und so, ein Thema das ich gerade (mal wieder intensiv) erkunde. Ich werde immer wieder versuchen solche Fehlschlüsse aufzudecken und irgendwie anders damit umgehen. Denn ein Fressanfall ist kein Mittel mehr! Jetzt ohne die Symptomatik der Essstörung erkenne ich so viel, was sie einfach überlagert hat. Statt zu essen, trank ich ein paar Bierchen mehr und gegen 3 Uhr lag ich dann wohlbehalten im Bett. Die Stimmung hatte sich beruhigt und der Abend war fröhlich ausgeklungen. Ich war einfach nur noch müde – nichts anderes. Gegen 7 Uhr stand ich dann heute auf, liegen bleiben ging nicht – ich hatte Hunger. Schön lange duschen, Frühstücken, ein Telefonat mit einer Tante, die gern erzählt…, wach werden und zwischendurch Blog schreiben – mehr konnte ich bisher nicht mit mir anfangen. Ich bin müde und fertig, aber das ist ok, ich fühle mich trotzdem gut mit mir 😉 Das ich so was mal sage…. Ich frage mich nur gerade echt, wie ich 15 Uhr auf Arbeit ankomme. Heute bekomme ich meinen Schlüssel und darf das erste Mal alleine die Kassenabrechnung machen und abschließen. Auch wenn es gerade einfach unrealistisch ist und ich mein Elan noch suche, freue ich mich über die verantwortungsvolle Aufgabe. Es ist ja noch etwas Zeit bis um 3.

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Ich wünsche euch einen motivierten oder auch mal unmotivierten schönen Tag ❤

 

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5 Gedanken zu “Gefühle und so…

  1. Es ist schön wie du dich reflektierst und ein bisschen schmunzeln musste ich auch, diese Fressanfallgedanken kenn ich – Wahnsinn wie das im Hirn schon verankert ist. Ich höre ihn und lege ihn dann ab „ok, gehört“. Hab einen schönen Abend 😊

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  2. Super, dass Du schon so viel Verantwortung im Job übergeben bekommen hast 🙂 Das zeigt, dass Du ein wertvolles Teammitglied in sehr kurzer Zeit geworden bist 😉 Gratuliere! Und nun wegen Deinen Gedanken an einen Fressanfall: ein im Kopf geplanter Fressanfall hat mir teilweise schon geholfen, keinen zu haben. Ist das Ironie? Vielleicht. Aber immer wenn ich mir ausmale, was ich alles an Tag X in mich reinstopfen werde, ist der Tag weiter von mir weg gerückt. Sicher gab es mal Rückfälle meinerseits, aber mir hilft das meistens sogar. Die Gedanken an einen FA sind lästig und irgendwann hoffe ich, gar nicht mehr dran zu denken. Aber wenn’s hilft…;-)

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