Zwischenbilanz: Geschafft!

Die Klausurenphase ist vorbei, nun steht „nur“ noch Hausarbeiten schreiben auf dem Plan. Die Klausur heute lief gut – bin recht zufrieden mit meiner Leistung, doch mit genauerer Wertung warte ich mal bis das Ergebnis da ist. Nachdem ich die Prüfung heute abgegeben hatte, bin ich noch etwas durch die Gässchen und Straßen der Stadt geschlendert. Ein wenig den Kopf frei laufen, aber langsam und ruhig. Es war schön, die Lerngedanken loszulassen, den Druck lernen zu müssen hinter mir zu lassen und die PicsArt_07-04-08.09.36IMG_20170704_094847gelernten Infos frei zu lassen. Unterwegs ging ich schaukeln und nutze im Dom die “Direktverbindung“ zu Gott, um mich für seine haltende Hand zu bedanken – ich weiß, dass er mich begleitet und gestützt hat in dieser Phase. Er hat mir Kraft gegeben auszuhalten, durchzuhalten, zu widerstehen und immer weiter zu gehen. Doris hat mich nicht besucht in der Phase, es war beinahe so als hätte sie dieses Mal der Lernstress und die Anspannung vertrieben statt sie anzulocken. Es ist Tag 38 heute – wie ging das denn so schnell? Den ganzen Juni habe ich kotzfrei hinter mir gelassen. Doch umso leiser Doris da und auch am Wochenende war (beim Mittagessen bestehend aus Hähnchenkeule und Klößen bei Oma) desto lauter war sie komischerweise heute. Am Nachmittag, nachdem ich mir guten Gewissens einen eigens zusammengestellten Eisbecher gegönnt habe, waren die Gedanken ans kotzen so realistisch und ausführbar wie schon lange nicht mehr. Doch ich habe ja jetzt etwas Übung im Aushalten und Widerstehen. Brüllte Doris, weil der Druck und die Anspannung weg war, weil es mir gut ging? Weil ich mich fallen und gehen lassen wollte? Ich hatte mir für heute vorgenommen, einfach mal zu entspannen, nichts kopfmäßiges zu tun. Zur Druckbewältigung musste dann das Bügeln herhalten. Und da ich und das Bügeleisen nun wirklich keine Freunde sind, hatte ich einige Blusen, T-Shirts und Hosen zu bewältigen. So verschwanden die Gedanken und ich blieb kopfschüttelnd zurück – wieso schien es plötzlich so wirklich? Aber es war eine Probe, ein Warnschuss: Auch wenn es sich in letzter Zeit so leicht angefühlt hat, der Kampf ist nicht zu Ende. Ja es war wohl eine Probe. Zum Abendbrot gab es noch etwas Feines: Ich kochte Gnocchi mit Spinat-Thunfischsoße – wieso auch nicht? Ich hörte auf, als ich satt war. Kaloriengedanken waren da, aber ok, muss man ja nicht verfolgen, klar waren auch Kalorien enthalten, sonst hätte es nicht so gut geschmeckt. Morgen geht es wieder arbeiten und dann folgt die letzte Vorlesung für dieses Semester. Beim Schaukeln kam mir heute der Gedanke: Eigentlich bist du gerade voll zufrieden mit deinem Leben. Und auch ohne das Eigentlich sehe ich das jetzt noch so. Ja klar war das Lernen blöd, nervig und stressig neben dem neuen Job, aber ich genieße doch nur als Studentin mein Leben. 38 Tage ohne zu kotzen und im Blick auf  den Kampf ziehe ich jetzt mal Zwischenbilanz – gar nicht ausführlich, sondern einfach nur mit: Ja, ich sehe das sich was verändert hat und ich finde es gut. Es ist richtig! Ja es war schwer am Anfang, es war schwer mich zu lösen, aber das was ich erreiche ohne Essstörung ist Freiheit und Zufriedenheit und es ist ein Fehlgedanke zu meinen, das erreiche ich mit ihr…IMG_20170703_171959 Gestern habe ich sogar Erdbeermarmelade gekocht. Eine super Lernmethode: mit Lernzetteln durch die Wohnung gehen, dabei immer wieder am Topf vorbei laufen und umrühren :p Ich staune immer wieder was ich alles schaffe, wenn ich nicht an Doris gebunden bin. So ist sogar ein Gläschen für eine Freundin abgesprungen. Meine Struktur ist generell flexibler geworden. Je nachdem wie ich unterwegs bin, stellt es keine zu große Hürde mehr da mir mal Spontan was im Supermarkt oder beim Bäcker zu besorgen. Gerade frage ich mich, wie das nur ging, habe ich nicht eben noch versucht jeden Bissen kleinlich durch Inliner fahren oder Hungergefühl zu rechtfertigen? Derzeitiges Körpergefühl? Die Waage versteckt sich hinter der Waschmaschine und es gibt auch noch Hosen die passen – ich sehe halt aus, so wie ich aussehe und das versuche ich zur Zeit so anzunehmen und zu verstehen. Das was heute für mich zählt sind nicht die vermutlichen Kilos mehr, durch den Schokoladenkonsum und sonstige Kalorien zu viel, der zu wenig betriebene Sport oder die Gewissensfrage, ob ich zu wenig gelernt habe, sondern, das ich es geschafft habe, bis heute kotzfrei zu bleiben, die Prüfung zu schreiben und mein Leben zu leben und ich dieses immer aktiver und teilnehmender genieße.

Ich wünsche euch jetzt noch einen schönen Restabend 😉

Eure Elli 🙂

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4 Gedanken zu “Zwischenbilanz: Geschafft!

  1. Liebe Elli, ich freue mich von dir zu lesen und das du die Phase so gut gemeistert hast. Du kannst stolz auf dich sein. Doris wird immer wieder lauern, aber du hast selbst erkannt, du kannst sie irgendwie „aushalten“. Was vor kurzer Zeit noch unmöglich schien – Wahnsinn oder? Auch so eine leckere Marmelade oder dir Gnocchi – das ist Leben mit Genuss ..und es tut einfach gut. Ich bin stolz auf dich, fühl dich gedrückt 🙂 ❤

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