Denn Döner macht schöner…

Das Ereignis des Tages: Ich war Döner essen! Das tolle daran: Mein Magen durfte ihn verdauen, er hat einfach bombastisch geschmeckt und das schlechte Gewissen (ala Doris) war nur ganz ganz ganz klein. Nachdem ich bis 14:30 Uhr ca. 5 h gearbeitet hatte, fühlte ich meinen Hunger. Ich hätte sprichwörtlich gesagt ein Schwein verdrücken können, doch nicht im Zuge eines Fressanfalls, sondern weil ich, die Elli, Hunger hatte, das Frühstück lag ja auch schon über 7 h zurück. Kein Wunder, denn heute schienen gefühlt alle Kinder pünktlich zum Ferienbeginn entweder mit Freundin, Mama oder Oma einen Shoppingtag durchzuführen. Ich stand hinter der Kasse, lief durch den Laden, um zu beraten oder Ohrringe wieder an ihren rechten Platz zu hängen. Und noch dazu arbeitete ich heute mit meiner Chefin zusammen. Heißt: Es gab doppelt so viel Input, wie von meinen anderen Kollegen und ich gab mir besonders viel Mühe, weil man ja alles richtig machen will und zeigen was man kann, wenn die Chefin über die Finger schaut. Ich war zufrieden mit dem was ich geleistet habe und entschloss mich spontan, das ich ja einen Döner holen könnte, als ich an einem Laden vorbeilief. Das mag für den Ein oder Anderen vielleicht leicht oder alltäglich sein, aber für mich war es nichts von Beidem. In einem Dönerladen ist mal schnell etwas geholt, wenn das Verlangen nach einem Fressanfall auftaucht und man unbedingt was braucht, weil man von dem Verlangen gesteuert wird. zudem ist der Geruch einfach intensiv und triggerte auch schon häufig Fressanfälle an. Doch heute war es beinahe selbstverständlich hineinzugehen, den Geruch aufzunehmen und zu bestellen. Es war Elli und nur die, die in dem Laden stand und während des Wartens auf die drehenden Spieße schaute und sich innerlich schon darauf freute. Ja wirklich! und er schmeckte auch toll. Das Ganze symbolisiert so einen großen Schritt nach vorne für mich. Ich habe festgestellt, dass Gerüche (was immer sehr triggernd war) mich nicht mehr groß stören – sie sind halt da, dass mich spontan essen nicht mehr allzu sehr überfordert und dass ich einfach einen Döner gegessen habe, ohne danach ein mega Völlegefühl zu haben. Satt ging ich nun noch einkaufen. In den Kaufland… auch nicht so einfach. Normalerweise ziehe ich es vor in einen kleineren Discounter zu gehen, denn weniger Auswahl = weniger Trigger und Anreiz was ungewolltes zu kaufen, weniger Gefahr sich zu verlieren. Doch er lag nun mal auf dem Weg. 2 h verbrachte ich im Laden, drehte zur Kalorienanalyse Packungen rum, legte Artikel in den Wagen und wieder raus und nahm mir aber bewusst Zeit, um zu entscheiden. Alles in allem habe ich mich zwar etwas verloren zwischen der Auswahl und den Kalorien, aber gelassen. Ich war ruhig und was spricht denn dagegen sich mit gefühlt jedem Lebensmittel ausführlich auseinanderzusetzen? Im Endeffekt gab es wirklich nur Lebensmittel, die ich auch essen werde ohne Angst zu haben, dass es zu ungesund für mein schlechtes Gewissen ist und somit wieder im Klo runtergespült werden würden. Und nein ich zähle nicht kleinlich Kalorien, ich ordne die Lebensmittel nur ein in Kategorien: ist vollkommen unbedenklich (z.B. Gemüse, Naturjoghurt, Milch, einige Obstsorten), ist ok (z.B. Obst, Nüsse, Apfelmus, Knäckebrot, Frischkäse, Hähnchenfleisch, Eis, Quark, Marmelade, Kartoffeln), ist mit Vorsicht zu genießen, aber essbar (z.B. Haferflocken, Brot, Brötchen) , Achtung! (z.B. Schokolade, Chips, Pizza, Nudeln, Reis, Döner, Burger). Bei meiner Einteilung spielen aber auch Gefühle im Bezug zu den Lebensmitteln eine große Rolle. Ich merke gerade selber wie kompliziert ich da denke… Fakt ist jedoch: Ich habe Kategorien, wonach ich viel oder wenig davon esse, obwohl immer mehr Lebensmittel unbedenklich werden, ich zähle nicht mehr kleinlich Kalorien, wenn ich Essen zubereite. Eigentlich spielen die Kalorien nur beim Einkaufen eine Rolle, dann haben die Lebensmittel ihren Stempel. Es ist meine Art der Kontrolle, die das Gefühl von Sicherheit und Halt gibt. Mir ist es egal, wie viele Kalorien mein Müsli heute morgen hatte, denn es waren hauptsächlich Lebensmittel enthalten die ok oder unbedenklich sind und Haferflocken nicht im Massen. Mir ist es auch egal wie viele Kalorien der Döner nun hatte, ich hatte Hunger, er war lecker und es war ganz viel Salat drin 😉 Meinem guten, akzeptierten Körpergefühl tat er auch nicht negativ beeinflussen. Es ist nicht bombastisch, wie auch wenn ich zunehme? Aber es ist ok, ich weiß, dass es sein muss und es dazugehört, ich versuche meinen Körper einfach so anzunehmen und stehen zu lassen, wie er ist. Innerlich fühle ich mich besser und das zählt doch oder? Es ist ein „Mehr im Reinen sein“ mit mir selber da drinne in meinem Körper.                                 Wieder zu Hause angekommen, schätzte ich es einfach nur auf der Couch sitzen zu können und die Füße hoch zu legen, das nachgebende Polster unter Gesäß und im Rücken spüren… und da sitze ich jetzt immer noch und genieße den kommenden Film. Die Lernmotivation wollte sich heute nicht so wirklich einstellen, aber so einen Tag darf es auch mal geben. Immerhin ist heute der 30. kotzfreie Tag.

wp-1498503238715.

Ich wünsche euch auch, das ihr den Abend genießen könnt! Liebe Grüße eure Elli 🙂

Ein Gedanke zu “Denn Döner macht schöner…

  1. Super gemacht, liebe Elli! 🙂 30 Tage UND ein Döner. Spitze! ❤ Gerüche machen mir glücklicherweise auch nichts aus. Die Erfahrung durfte ich erst wieder kürzlich bei McDonald's machen. Der Mann aß Menü, ich Kuchen und Kaffee 😉 Schön zu lesen, dass es dir gut geht. Weiterhin alles Gute (auch im Job!) 🙂

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s