Schweben

Schweben mit dem Erleben… durch meine Erinnerungen und Bilder im Kopf. Begeistert davon erzählen was war. Durch das Seminar übers Pilgern und meinen heutigen Vortrag habe ich mich die letzten Tage mit einem Blick zurück auf meinen Jakobsweg beschäftigt (man hat es vielleicht schon bemerkt ;)). Es war schön heute in Erinnerungen zu schwelgen und zu teilen was ich erlebt habe. Ich erzählte mit Bildern und Ausschnitten aus meinen Blogbeiträgen gerne davon, was war ab Santiago, was ich gefühlt habe hier und da und was der Jakobsweg mir bedeutet. War mit Euphorie und Herz dabei, doch die Fassade zu halten hier und da. Den Schutz der Maske zu nutzen. Den Schutz vor den Verknüpfungen, die nicht gut tun. Du bist gelaufen, weil du versagt hast, weil du weglaufen wolltest und doch hast du wieder versagt indem du es einfach in deinen Rucksack mit hinein packtest – deine Essstörung, die dunkle Seite deines Seins. Doch Nein es war nicht falsch! schreie ich in Gedanken, während ich erläutere wie toll es doch war angekommen zu sein am Ende. Am Ende der Welt einen Neustart zu starten – war es denn nicht so? Doch es war so schreit die Stimme – ich habe mich ein Stück gefunden auf irgendeine Weise, aber vor allem habe ich die Hoffnung entdeckt mich irgendwann zu akzeptieren, so wie ich bin. Ich habe gesehen, dass mein Vertrauen in Gott berechtigt ist, dass es wahr ist, dass er mir beisteht. Auch wenn ich den falschen Weg einschlage, wartet er winkend auf dem Richtigen. Ja meine Maske, meine Fassade funktionierte und das gut und das ist gut. Heute war es richtig, heute war sie nötig. Sie kam von selbst und ging auch wieder. Sonst verfluchte ich sie immer, redete mir ein Doris und die Maske seinen verbunden, der Kugelfisch ist meine Maske, mein Schutzschild, aber nein es gibt glaube ich zwei Arten: die Eine die unterdrückt und die Andere die beschützt. Innerlich war ich aufgewühlt, Adrenalin und Erinnerungen schossen durch meinen Körper. Alles war wieder da, auch die Euphorie, die Freude am Erlebten, das “Eben als ich Pilgern war“ greifbar und ganz nah neben den zweifelnden Aspekten. Nach außen war ich, nach meiner Beurteilung, selbstsicher mit überzeugter Stimme redete ich, präsentierte Bilder – ja durch die Maske fühlte ich mich selbstbewusst dabei, war der Meinung es ist richtig was ich sage und toll so wie es mache. Ich schwebte wie das Weihrauchfass in Santiago, so schien es auf einer Wolke des bestimmten Ich-Seins, war ich es nicht die all das gemacht hatte? Ja ich war es! Ich sah mich mal dort in den Bildern und dann doch wieder vor lauter Botenstoffen die durch meinen Körper jagten, schien alles so unreal. Aufregung und Euphorie… waren glaube ich am Werk. Dann war es zu Ende und es kam die Frage die kommen musste, auf die ich jedoch nicht gehofft hatte. Warum? Warum bist du gegangen? Doch meine Maske hielt mich, ich glaube es war auch ein wenig Gottes Werk der mich in seinen Händen hielt, ja ich spürte ich war nicht allein. Selbstfindung, Festigung des Glaubens, eine Art Krisenbewältigung – ja das war es, so lasse ich es stehen. Ich hatte Glück, bestimmt war es so gewollt – Zufall, Schicksal, Fügung … ich nenne es von Gott geleitet. Eine Bekannte mit der ich eine Zeit lang immer in die Studierendengemeinde ging saß alleine draußen auf der Bank. Ich setzte mich zu ihr und wir redeten. Wir hatten uns schon ewig nicht mehr gesehen und doch wusste ich hier kannst du reden. Du musst dich nicht schämen durcheinander zu sein oder mitgenommen. Wieso eigentlich schämen? Ich hatte alles super gemacht, mein Bestes gegeben und dem Bauchgefühl nach ist es gut gelaufen, die Auswertung kommt noch. Doris war dem nicht gewachsen der Flut von gutem Gedanken, vor allem dem “Es ist schön zu Leben und erzählen zu können“. Doris ist halt nur eine Essstörung und kein Ersatz fürs Leben, nur eine Zeitverschwendung… Zeit kann so viel besser genutzt werden… Ich habe etwas zu erzählen, ich kann etwas mitteilen. Und das es nicht nur Quark ist, dass es hier und da interessiert und vielleicht auch berührt oder hilft, das was ich sage und schreibe – das ich erzählen kann, weil ich das Vermögen zu sprechen und schreiben besitze, das habe ich heute gespürt. Wörter sind Schall und Rauch, aber auch so viel mehr… Einfach Erleichterung und es tut gut sie auszusprechen oder rauszuschreiben, statt die Drückenden in mir drinne zu lassen und meinen Kopf damit zu verstopfen. Jedenfalls war Doris dann weg und ich gönnte ich meinen aufgewühltem Inneren ein Eis – und es war 100% Elli, die es aß. Genauso wie das Abendbrot, Doris hatte ihre wirklich vehementen Forderung nach einem Fressanfall nach dem Vortrag nach dem Gespräch aufgegeben. Ich machte heute gegen Abend noch einem gemütlichen Ausflug auf Inlinern. Ja ich rolle wieder 😉 Und dieses Mal hatte ich einfach nur Freude daran und dieses Mal sagte Gott seinen Engeln: Haltet sie wenn sie stolpert, sie muss das Adrenalin aus dem Körper schwitzen. – War aber auch warm heute…. Obwohl ich schwebte war ich doch behütet und beschützt von meiner „guten“ Maske und Gott.

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4 Gedanken zu “Schweben

    1. Wahre Worte – danke dafür ❤ man sollte sich das öfter bewusst machen. Was wäre ein Leben wenn wir immer nur gleich fühlen würden und uns nur auf eins konzentrieren würden, es gibt doch so viel tolles zu entdecken – an jeder Ecke eine neue Blume 😉

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