spontan…

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Heute begann der Tag für mich schon halb 6, länger konnte ich nicht mehr liegen bleiben – Tatendrang ließ mich aus dem Bett springen. Ich wusste nur nicht worauf. Uni stand an, aber erst um 10. Also putzte ich, schrieb etwas und frühstückte ausgiebig. Von Doris keine Spur und das fällt mir jetzt erst auf… Später kam sie jedoch spürbar. Eine Freundin fragte mich vor der zweiten Vorlesung, ob ich danach mit in die Mensa komme. Obwohl sich sofort Panik, Überforderung etc. breit machten, sagte ich zu. Wieso nicht? Zu essen störte mich nicht, Mittag stand sowieso auf meinem Plan, Mensa störte mich auch nicht wirklich, gibt ja genug Auswahl – also was ängstigte mich an der Vorstellung in der Mensa zu essen? Es war das Spontane – ich hatte geplant zu Hause zu essen, das war in meinem Kopf so drinne. Und dann spielte das Wählen noch eine Rolle. Ich checkte gleich was es gab: Nudeln, Burger, Geschnetzeltes mit Reis, Fischnuggets mit Pommes, Salatteller mit Käse und Pipapo. Die Entscheidung viel mir nicht schwer – der Salat und das nicht weil ich vordergründig an die Kalorien dachte sondern, weil ich wirklich Appetit darauf hatte – Hirtenkäse, wie lange ich den schon nicht mehr gegessen hatte… Aber ich fühlte mich bereit dafür. Das was mich etwas in Panik setzte war, dass ich Angst vor dem Verlangen hatte, das eventuell kommen könnte angetriggert durch Pommes und co. obwohl ich gar keinen Appetit darauf hatte. Bei mir ist der Geruch besonders triggernd, und Pommes sind eines der schlimmen Lebensmittel, die einen ganzen Raum erfüllen und so den Schalter umlegen können und dann würden bestimmt alle da sitzen und die essen… Ich machte mir Panik vor der Panik, das bemerkte ich. Also sagte ich nicht ab, obwohl ich diese Option die ganze Zeit in Gedanken hin und her schob. Doris verlangte, komplett fehl am Platz, noch nach einem Fressanfall, also kam der Gedanke auch noch dazu. Wie ich es schaffte in der Vorlesung noch etwas mitzubekommen und mitzudiskutieren, weiß ich jetzt auch nicht mehr. Das was mich in meiner Entscheidung, in die Mensa zu gehen, auch sehr bestärkte war das schreiben mit einer Freundin, der ich meinen Gedankenkampf offenbarte. Danke! So wurde mir bewusst, dass ich mich der Angst stellen musste wollte und konnte sonst würden mich die Frage: Wieso habe ich es nicht gemacht, Was wäre gewesen wenn… vermutlich zerfressen. Ende des Theaters: Ich ging in die Mensa aß meinen Salat und es fiel mir nicht schwer, mich triggerte es kaum, den Geruch zu riechen und die anderen essen zu sehen. Ich unterhielt mich super mit der Freundin (die Geschnetzeltes hatte) und so stand das Essen an sich eher im Hintergrund. Gedanken ans Kotzen danach: 0%. Trotzdem war ich etwas aufgewühlt, vermutlich durch das Chaos davor… Ich ging eine halbe Stunde spazieren und wurde ruhiger. Kaffee und Jogurt nahm ich ebenso wie Abendbrot ein, obwohl die Gedanken an das Auslassen da waren. Aber wieso? Weil der Salat in der Mensa ungesünder wirkt als ein Salat zu Hause… Irgendwie Quatsch oder? Um das Abendbrot herum versuchte Doris nochmal in meinem Kopf Platz zu nehmen, sie wollte einen Fressanfall, machte mir gar keine spezielle Lust auf Irgendetwas, sonder generell aufs Überessen. Es wurde ein Brot mehr und auch etwas mehr Salat, als mein Hungergefühl verlangte, aber damit komm ich trotz leichtem Völlegefühl klar. Doris habe ich alleine zu den WC- Enten geschickt. Komischerweise fühle ich mich sicher und gefestigt gegenüber Doris und frage mich ob ich dem Gefühl trauen kann, habe ich sie im Griff oder will sie mir das nur weiß machen? Naja auf jeden Fall fiel es mir leicht heute zu gewinnen und das obwohl ich ganz spontan in der Mensa essen war. Jeden Tag könnte ich es nicht in die Mensa schaffen, aber muss ich ja auch nicht. Ich kann…

Wieso Doris heute Abend so meckert untersuche ich noch. Was für Gefühle dahinter stecken, alleine an der Spontanität kann es nicht liegen… darüber mache ich mir keine Gedanken mehr.  Das was mich etwas besorgt ist die Frage: Gehe ich zu schnell vorwärts, esse ich zu viel, werfe ich zu schnell Einschränkungen über den Haufen? Überfordere ich mich? Werde ich morgen vielleicht mal in der Therapie ansprechen…

Spontane Grüße

Eure Elli 😉

PS: Tag 11 geschafft!

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6 Gedanken zu “spontan…

  1. Da schwimmt sie also wieder – bei den WC Enten 🙂 zuallerst möchte ich sagen, dass ich es sehr gut finde, dass du dich an mehr Essen ran tastet, denn ganz ehrlich, was ist es für Leben wenn man seinen Hunger unterdrücken muss und zusätzlich nur bestimmte Lebensmittel essen möchte? Ich finde, es gibt so viel mehr zu entdecken, mehr Genuss und Zufriedenheit, wenn man sich nicht massiv einschränkt. Und es ist ein großer Schritt in Richtung Normalität und weg von der Sucht. Auch wenn man mal mehr isst und der Bauch spannt, man überlegt es sich beim nächsten Mal und wenn nicht, dann ist es so. Versuch die Gedanken zu bündeln und bei Bedarf mit zu den Wc Enten zu werfen. Du machst das richtig klasse, und es ist schön wenn Doris auch mal leise ist oder? Merkst du, wie sie nicht mehr so oft präsent ist? Und dann wütet sie mal wieder, die olle Kuh. Aber du kriegst das hin – das weiß ich. Hab einen schönen Abend ❤

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    1. Danke für deine Worte, die machen Hoffnung und zeigen, das ein voller Bauch sein darf … Und ja ich merke, das Doris leiser wird, und sogar immer längere Zeit verschwindet 🙂 das ist echt erholsam und man hat auf einmal so viel Platz im Kopf und muss ihn sich nicht erst erkämpfen.
      Danke, du auch ❤

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  2. Die Gefahr von Doris und Co besteht darin, dass sie spontan auftauchen.
    Und am liebsten immer dann, wenn man es am wenigsten erwartet.
    Genau dann, wenn man sich stark fühlt.
    Und das spontane Erscheinen birgt die Gefahr des „Überrumpeltwerdens“
    Das einzige Schutzschild ist, niemals und ich wiederhole „niemals“ darüber nachzudenken „soll ich, oder soll ich nicht auf ihre Einflüsterungen hören?“
    Wann immer sie auftaucht, dieser Troll heisst bei Dir Doris, dann sage „Nein“!!!!!!!!
    Definitiv „Nein“!!!!!!!
    Wenn Du geplant hast, zu Hause zu essen, dann bleib dabei.
    Und wenn Dich eine Freundin fragt, ob Du mitkommst in die Mensa, dann bestell Dir einen Salat.
    Du hast die absolut richtige Entscheidung getroffen, mein Mädchen.
    Wenn Du Dich an diese Entscheidung hältst, dass Du ausserhalb nur Salat isst, und Deine konkret geplanten Mahlzeiten zu Hause einnimmst, dann kann Dir Doris mal im Mondschein begegnen……so sagt man in Wien anstelle von hmmm….am Ars….. lecken. Hihi
    ganz liebe Grüsse aus Wien

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    1. Das ist wahr, anschleichen ist oft ihre Taktik. Dennoch denke ich dass man es schaffen kann dem zu widerstehen, indem man darüber nachdenkt sieht man manchmal erst, das es die Essstörung ist, denn sie tarnen sich auch super.
      Danke:) Ja und ich habe es geschafft!
      Wieder was dazu gelernt 😉
      Liebe Grüße zurück ❤

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