Ein normaler Tag

Schuhe kaufen, Eis essen, Kino und ne Menge quatschen … ein Tag, der sich einfach mal normal anfühlte. Heute kam mich eine Freundin besuchen, wir lernten uns im letzten Jahr als Mitbewohnerinnen in der Klinik kennen – eine Art den Bekanntschaften, die man einem Ort findet, der echt nicht der Beste für Begegnungen ist, aber trotzdem ist man froh sich getroffen zu haben. Unseren Plan „Bundesgartenschau“ verwarfen wir aufgrund des Wetters und gingen zu Plan „Kino“ über. Schon seit dem Aufstehen freute ich mich auf das Treffen. Das Frühstück und auch Mittag nahm ich routiniert neben Studentenarbeiten ein – das Mittag verursachte zwar ein kurzes Völlegefühl, aber um darauf groß zu achten war ich auch schon auf dem Weg zur Bahn. Manchmal denke ich vielleicht ist es nur etwas Einbildung? Ein Gefühl das größer wird indem ich mich zu sehr reinsteigere? Ein Gefühl bei dem Doris weiß, sie kann mich damit vielleicht überreden. Das Wetter spielte zu Beginn mit. Nachdem ich mir meine Belohnungsschuhe gekauft hatte (heute ist Tag 7!), spazierten wir gemütlich durch Parks, tauschten neue Ereignisse, Entwicklungen, Tratsch etc. aus, gönnten uns 2 Kugeln Eis und damit unsere Essstörungen eine Pause. Doris hatte wohl schon seit dem Morgen Angst vor den Skeletten… die in Fluch der Karibik über die Leinwand flimmerten. Hach wie war das schön, ein toller, spannender, mitreißender Film, der abschalten ließ, einfach im Kinosessel sitzen, ganz normal und genießen – die Welt da draußen vergessen, auf die gerade der Regen niederprasselte. Nur einen klitzekleinen Besuch stattete mir Doris in der Eispause ab, was müssen die auch 10 Minuten lang Eis über die Leinwand flackern lassen… aber so schnell wie der Gedanke kam „du könntest mal wieder…“ war er auch schon wieder verworfen – es ist doch so viel angenehmer ohne. Sachen wie Popcorn u.a. reizten oder triggerten mich ungewohnter Weise gar nicht, lag bestimmt an der Begleitung und das ich mich gefestigt und relativ zufrieden fühlte. Es gab lustige Szenen, die ein Lachen und Schmunzeln ganz automatisch hervorriefen und Szenen, die auch mal den Atem anhalten ließen. Die tot-lebendigen Gestalten vertrieben Doris anscheinend gänzlich – ich stelle fest, sie ist ein echter Schisser – so war der Thunfischsalat + eine Laugenstange am Bahnhof gar kein Problem zum Abendbrot. Mein Magen machte Luftsprünge als er etwas so Tolles und ewig nicht mehr verdautes, bekam. Heute war der Gedanke „Du willst ein unbeschwertes Leben und kannst es haben, es ist wirklich möglich“ immer wieder präsent. Sicher und Angenehm, ohne zu viele Gedanken, einfach normal – so verbuche ich den Tag. Ich bin dankbar dafür und hoffe für die nächsten Tage des Kampfes Kraft daraus ziehen kann und darauf aufbauen. Morgen geht es wieder zu meiner Familie, ich freue mich darauf meinen Bruder wieder zu sehen und Reiseberichte von meiner Oma zu hören (sie war auf Elba). Und das was anders ist und mich beruhigt, dass diese Einstellung: Ich kotze dort, weil es automatisiert und „normal“ ist nicht da ist. Ich nehme mir vor es zu versuchen, nicht mehr, aber auch nicht weniger!

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2 Gedanken zu “Ein normaler Tag

  1. Das klingt doch schön! Ich gratuliere Dir zu so vielen Erfolgen! 🙂 Du siehst ja, dass Du Doris gut ignorieren und ausblenden kannst. Und selbst wenn ein kleiner Rückschritt kommen sollte – du kannst immer auf eine Doris-freie Woche zurückblicken. ❤ Und auch das gibt Kraft, wenn man mal einen "Durchhänger hat". Hab einen schönen Tag 🙂

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