40 Tage später

Christi Himmelfahrt. Ein Feiertag – wir feiern die Auffahrt Jesu zu Gott. „Und als er das gesagt hatte, wurde er zusehends aufgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg.“ (Apg. 1,9) Er verließ die Welt, erhob sich zu seinem Vater, deshalb etablierte sich auch die Bezeichnung Vatertag. Jesus ist weg, was zurück bleibt ist der Glaube. Es sind 40 Tage nach Ostern, 40 Tage nachdem Jesus von den Toten auferstanden ist. Er hinterlässt obwohl er verschwindet viel. Den Glauben an ihn und an Gott – Hoffnung auf eine bessere Welt, auf Gottes Reich und Zuspruch –  Vertrauen auf Freiheit und Gerechtigkeit. Zuversicht auf ein befreiteres Leben. 

40 Tage  – wenn ich es auch nicht sehen will, es hat sich etwas verändert seit Ostern. Ich bin nicht kotzfrei, aber ich fühle mich besser – Doris hat nicht mehr die Führung, da rede ich immer noch ein Wörtchen mit! Es ist viel los heute, gestern, die letzte Woche – Gefühle, Gedanken – ein Gefühlskneuel halt, das gleichzeitig Fülle und doch Leere erzeugt. Fülle an einem undefinierbaren Chaos und unzufriedene Leere, die Doris versucht zu füllen. Doch gerade heute habe ich Hoffnung auf ein Leben ohne Essstörung – ein Leben ohne ständige Gedanken ans Essen, ein Leben ohne eine Leere, die nur die Anerkennung zu mir füllen kann. Wenn ich ein Jahr zurück denke… Der selbe Tag, der selbe Bekanntschaftskreis, die selben Aktivitäten – doch es ist mir heute egal – was bleibt schon in der Erinnerung? Ein Tag des Kotzens – das ist das woran ich mich erinnere, wenn ich an letztes Jahr denke. Heute auch ja – auch heute ist kein kotzfreier Tag, dennoch steht es heute nicht im Vordergrund – es bleibt viel drinne – zu viel für mein Gewissen – eigentlich alles, außer heute dem Frühstück – Brötchen, Bratwurst, Steak…. Aber was solls oder? Woran werde ich mich erinnern? Daran das ich gelacht habe, daran saß ich Spaß hatte, daran das ich Alkohol getrunken habe und für einen Abend sogar die Welt in Ordnung war und ich gelacht habe, statt mir Gedanken zu machen, wo ich als nächstes kotze. Doris, es ist mir egal was ich heute mache  ob ich fett werde oder nicht – ich genieße mein Leben – daran werde ich mich in einem Jahr hoffentlich erinnern. Denn die Hoffnung habe ich, die Hoffnung auf ein Leben ohne Essstörung, ein befreites und unbeschwertes Essen.

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Ein Gedanke zu “40 Tage später

  1. Das sind wunderschöne Gedanken und es ist schön, zu lesen, dass Du Doris mal gekonnt ignoriert hast und Spaß hattest 🙂 Ich freu mich, dass Du einen schönen Tag mit viel Freude hattest ❤ Ich wünsch Dir auch heute einen entspannten Tag 🙂

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