Heute wird …?

Tja was fühle ich heute morgen? Sehr schwierig zu beschreiben – Gefühle wahrnehmen lernen und vor allem auch die von mir als negativ und schlecht eingestuften zulassen, sowieso noch ein Übungsfeld bei mir. Motivation? – vielleicht ein klitzekleines Fünckchen. Vorfreude? – Doch etwas, ich freue mich auf mein Seminar Thema Pilgern heute. Müdigkeit? – Oh ja… geschlafen habe ich wieder schlecht, immer wieder lag ich wach und im Halbschlaf kämpfte die Heilige Elisabeth mit Doris auf dem Jakobsweg… Hört sich eigentlich ganz lustig gerade an, aber leider war es kein bunter lustiger Traum sondern ein Wirrwarr aus Gedanken, die mir so im Kopf herumschwirrten, während ich stundenlang vergebens wieder versuchte einzuschlafen. Wieso kann ich plötzlich nicht mehr schlafen, nimmt der Kampf so sehr mein Gehirn ein, dass es nicht mehr abschaltet? Ok, zurück zu den Gefühlen. Unzufriedenheit? – Aber hallo, ich fühle mich fett und finde meinen Bauch alles andere als flach und die Hosen sind auch schon ganz schön eng, an einen Gang auf die Waage will ich lieber gar nicht denken… Naja zieh ich halt einen weiten Pulli an, der ist eh bequemer. Unschlüssigkeit? – Was will ich eigentlich? Aufgestanden und schon wieder viel zu viel im Kopf gehabt – du musst heute noch das und das und das machen und jetzt noch 2 Seiten von dem Text lesen und den Rucksack packen und die Wäsche in den Schrank räumen und Zähne putzen und wie mache ich das bloß mit dem Essen heute? Habe ich eigentlich Lust auf ein Frühstück? Was soll ich bloß essen? Ist ein Müsli nicht zu viel? – Willkommen im allmorgendlichen Gedankenchaos. Wo ist bitteschön die Klarheit von gestern? Und dann ist da noch etwas Dumpfes, Undefinierbares und Angst.? Es ist eine leise Panik. Wovor kann ich noch nicht mal genau sagen, es ist so ein beschleichendes Gefühl im Brustkorb oder ist das Doris? – Ach ja, die ist natürlich auch da, leise schwimmt sie von hinten heran und bläßt sich auf, den ersten Freudensprung hat sie schon gemacht bei dem Gedanken „Will ich heute weiter kämpfen? Es ist so verdammt anstrengend…“ – „Ja genug gekämpft!, schluss mit dem Schwachsinn, halt dich einfach wieder an mir fest zusammen mit mir bist du stark“, flüstert sie. Doch nun setze ich mich erstmal und versuche meine Gedanken schwarz auf weiß nachzuvollziehen. „Will ich heute weiterkämpfen?“ formuliere ich ganz einfach um in „Kann ich heute weiterkämpfen?“ darauf antworte ich mit JA! Doch Motivation spüre ich dabei leider nicht, ein Mensabesuch wird es heute jedenfalls nicht geben – klingt mir zu heikel und schon der Gedanke lößt Panik aus – aber muss ja auch nicht. Trotz allem ist ein bisschen Vertrauen da, ich werde es zumindest versuchen. Vielleicht treffe ich die Motivation ja gleich auf dem Weg zur Uni. Ab 10 Uhr startet die Vorlesung darüber wie man pädagogisches Handeln in der Gesellschaft anwendet, bevor im Anschluss das Seminar übers Pilgern folgt. Doris schicke ich jetzt erstmal in die Schwimmschule, die muss unbedingt noch lauter planschen lernen und wer weiß, vielleicht vergesse (gaaanz aus Versehen natürlich) ich sie ja einfach und schwimme alleine heute im Wellenmeer des Alltags? Mal sehn, den späten Nachmittag will ich auf jeden Fall nicht mit einem Fressanfall verplämpern – huch, da ist sie wieder meine Sturheit. In den Seilen hänge ich zwar immer noch etwas, aber vielleicht liegt es auch nur an dem aufkommenden Hungergefühl. Kaffee und Müsli – ja das klingt gut. Auf in den alltäglichen Wahnsinn. Stellt euch eine Raupe vor, die mit ihrer viel zu kleinen Faust am viel zu kurzen Arm lustlos und schlapp in die Luft boxt – und die Haare stehen ab! — so fühle ich mich gerade 😛 Aber zumindest fühlt sich der Gedankenknoten gerade nicht mehr ganz so chaotisch und bedrückend an. Heute wird, nach 3 kotzfreien Tage, auf jeden Fall ein „Ich kann“ vor das Weiterkämpfen gesetzt.

Ich wünsche euch Allen da draußen viel Durchhaltevermögen und vor allem Humor im Umgang mit eurem ganz alltäglichen Gedankenchaos.

Eure Elli 😉

Nur wer losschwimmt, kann erfahren wie groß und mitreißend die Wellen wirklich sind.

 

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10 Gedanken zu “Heute wird …?

  1. Denk dran woher deine Stärke kommt. Du allein musst gar nichts. Du darfst das ruhig abgeben und ihn sich drum kümmern lassen. Er kämpft für dich. Bau dir den Gedanken nicht auf, nicht versagen zu dürfen. Vll ist es das was dich so anstrengt und nicht schlafen lässt. Gibs ab und lass los. Ich wünsche dir einen Tag mit neuen Erkenntnissen und Fortschritten. Auch wenn die vllt nicht so aussehen werden wie du dir sie vorgestellt hast. Er hats in Kontrolle und er hat die größeren Gedanken dahinter. Sei gesegnet! 🙂

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      1. Freut mich sehr für Dich! Super!! 🙂 Ja, lief ganz gut. Für etwa 5 Minuten war es extrem kritisch, aber jetzt ist alles „überstanden“. Halleluja! 😉

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