Ostersonntag

Er ist auferstanden – er ist wahrhaftig auferstanden. Das Trauern hat ein Ende, der Tod ist besiegt. Liebe ist stärker als Hass und Neid, Hoffnung ist stärker als Mutlosigkeit und Angst, Glaube ist stärker als Leid und Verrat, das Leben und die Erinnerung daran ist stärker als der Tod. Ostern – Jesus ist auferstanden, lag er erst tot im Grab, lässt er sich nun von seinen Jüngern wieder anfassen. Ist das nicht unglaublich? Und doch ist es wahr. Die vier Evangelisten erzählen jeder seine eigene Geschichte, was sich zugetragen hat an dem Ostermorgen. Die Frauen gehen zum Grab mit wohlriechenden Salben, einige Jünger gehen zum Grab oder Maria Magdalena geht alleine und holt dann die Jünger. Ein, zwei, kein Engel erscheinen ihnen und berichten von der Auferstehung. Bewusstlose römische Soldaten sind da oder nicht da… Aber in allen Varianten ist eine Sache übereinstimmend: Es war früh am Morgen, der Stein vor dem Grab war weg und Jesus auch.

Ja, Jesus ist auferstanden. Gott hat ein Wunder vollbracht und gezeigt, dass er stärker ist als der Tod – es gibt ein Leben nach dem Tod. Der Glaube an die Auferstehung ist die Grundlage des christlichen Glaubens. Gott liebt uns so sehr das er seinen einzigen Sohn in den Tod schickt, er wählt zwischen der Liebe zu seinem Sohn und der Liebe zu uns – uns – dich, mich, allen Menschen aus. Doch aus einer scheinbar beendeten hoffnungslosen Lage lässt er neuen Mut, neues Leben entstehen. Die Auferstehung ist in einem gewissen Sinn einfach unerklärlich – keine Wissenschaft, kein Auge, kein rationaler Verstand kann erklären was und wie es von statten ging. Jesus war tot und wird wieder lebendig. Entweder man glaubt oder nicht, doch als Symbol des Glaubens, dass es wahr ist was Jesus prophezeit hat, ist er tatsächlich auferstanden. Gott demonstriert damit nicht nur seine Liebe, sondern er bewahrheitet auch den Glauben. Nur wer an ihn glaubt wird das ewige Leben haben und damit dies (was Jesus ja oft gepredigt hat) nicht nur ein blablabla bleibt, zeigt er es an seinem Sohn – er lässt ihn auferstehen. Nachdem die Jünger das leere Grab entdeckt hatten, erschien ihnen Jesus. Einige von ihnen hatten schon geglaubt das es auferstanden ist, andere glaubten an die plausiblere Erklärung von Diebstahl. Doch Jesus erschien ihnen quicklebendig und sie durften ihn sogar berühren, um sich zu überzeugen. Auch wenn Jesus nicht für immer blieb, sondern zu Himmelfahrt offiziell zu seinem Vater auffuhr in den Himmel, in das ewige Reich oder wohin auch immer man es sich vorstellt – er verschwand, ging zu Gott, doch hinterließ Hoffnung und Glauben. Für mich zeugt Ostern davon, dass manchmal erst etwas zerstört werden muss, dass es blöd läuft und dann noch beschissener, damit etwas Neues entstehen kann. Nicht gleich, sofort, manchmal kommt nach einer Talfahrt, halt gleich die nächste, nach einem Verbrechen noch eins und Krieg nach Krieg, ein Anschlag nach dem Anderen, ich frage mich oft wieso? Die Menschheit ist von Sünde und Leid beherrscht, diese existieren weil Gott uns unseren frei Willen gegeben hat, er lässt uns die Wahl ob wir sündigen oder nicht. Manchmal trifft es wirklich Jesus -Unschuldige – Mütter, Väter, Kinder… – man fragt sich warum? Ich denke es ist oft unfair ja, aber so blöd es klingt: ohne Böse kein Gut, ohne Leid keine Freude, ohne Hass keine Liebe. Der „dunkle“ Teil ist stark, doch Gott hat bewiesen er ist stärker und es wird eine Zeit kommen, ein neues Reich, wann, wo, wie es aussieht… Da gibt es so viele unterschiedliche Vorstellungen. Doch das, was wir jetzt schon haben ist Hoffnung und Liebe. Selbst wenn alles blöd läuft, es keinen Ausweg mehr gibt (Jesus wusste er wird sterben), wer kann uns unsere Hoffnung nehmen? Jesus vertraute ganz und gar auf Gott, auch wenn er nur den Tod als Aussicht hatte, ging er trotzdem den Weg weiter und ließ sich kreuzigen, damit wir frei werden. Er hat Kraft geschöpft aus seinem Glauben. Er hat uns seine Liebe bewiesen, sie an uns weiter gegeben, weil er auf die unerschütterliche Liebe Gottes vertraut hat. Liebe schenkt Hoffnung, die Liebe zwischen Gott und den Menschen, aber vor allem auch die Liebe von Mensch zu Mensch. Ostern ein Fest der Liebe – ein Fest der Erlösung und der Hoffnung – etwas Neues entsteht aus einem Ende. Lasst uns hoffen, in Liebe an alle denken, denen es nicht so gut geht, die sich mit Problemen rumschlagen, Leid und Schmerz erfahren, verzweifelt sind… Lasst uns durch Liebe und Zuspruch, und wenn es nur ein Lächeln ist, Hoffnung schenken – Jeden Tag aufs Neue! Schenkt man bekommt man zurück. Jesus opferte sein Leben, nahm das unbesiegbare Leid der Welt auf sich, machte es somit besiegbar und machte das Unmögliche möglich.

„Obwohl er in jeder Hinsicht Gott gleich war, hielt er nicht selbstsüchtig daran fest, wie Gott zu sein.  Nein, er verzichtete darauf und wurde einem Sklaven gleich: Er wurde wie jeder andere Mensch geboren und war in allem ein Mensch wie wir.  Er erniedrigte sich selbst noch tiefer und war Gott gehorsam bis zum Tod, ja, bis zum schändlichen Tod am Kreuz.  Darum hat ihn Gott erhöht und ihm den Namen gegeben, der über allen Namen steht.  Vor Jesus müssen einmal alle auf die Knie fallen: alle im Himmel, auf der Erde und im Totenreich.  Und jeder ohne Ausnahme wird zur Ehre Gottes, des Vaters, bekennen: Jesus Christus ist der Herr!“

Philipper 2, 6‭-‬11

3 Gedanken zu “Ostersonntag

  1. Hallo Elli, es ist sehr schön zu sehen wie du vom heiligen Geist erfüllt bist, Jesus verstehst, um solche Zeilen schreiben zu können. Du überträgst die rettende Botschaft der Kreuzigung und Auferstehung treffend mit dem alltäglichen Leben in dem wir uns alle befinden und weist was uns da trägt. Wünsche dir weiterhin Gottes Segen für dein Leben, dass du in allen Dingen beschenkt wirst und deinen persönlichen Weg mit ihm findest! Liebe Grüße, Manu

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    1. Vielen Dank für das Kompliment 🙂 Ja ich denke wenn man sich öffnet und zumindest versucht zu glauben dann kann man verstehen und auch den Glauben sprechen lassen.
      Ich wünsche dir auch Gottes Segen – seine Hand über und unter deinem Weg, um dich zu beschützen und aufzufangen. LG Elli ;l

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