Karsamstag

Jesus war tot, am Kreuz gestorben. Noch am Freitagabend durfte Jesus von Josef (einem Jüger) vom Kreuz genommen und in ein Felsengrab gelegt werden. Den Leichnam wickelte er in ein Leichentuch. Maria aus Magdala und noch eine andere Maria sollen dabei gewesen sein und zugesehen haben, beide waren Jesus gefolgt. Das Grab wurde traditionell mit einem großem Stein verschlossen. Dann folgte der Samstag – was passierte an diesem Tag? Nichts. Der Samstag ist bei den Juden mit unserem Sonntag vergleichbar – er wird Sabbat genannt und unterliegt strengen Vorschriften. Er als als Ruhetag vorgeschrieben, es darf nicht gearbeitet (alles zielgerichtete tun) werden, nicht geputzt werden, nicht frisch gekocht werden – dies wird alles schon am Freitag vorbereitet. Es ist ein Tag den man mit der Familie und im Kreis der Gläubigen miteinander in Ruhe und Gedenken an Gott begeht. Doch dieser Samstag nach der Kreuzigung Jesu lässt einen Samstag der Trauer – einen Kar (Trauer) – Samstag vermuten. Jesus hatte zwar mal gesagt er würde am dritten Tage auferstehen – aber ist das wahr? Wie kann man daran glauben, das erwarten, wenn man ihn doch eben noch schmerzerfüllt am Kreuz hat sterben sehen. Jesus war tot und lag im Grab – da ist Trauer und Klage nur angebracht oder? Der Karsamstag ist also ebenso wie der Karfreitag ein schwarzer Tag – ein stiller, leidender Tag des Abwartens und Aushaltens, das ein neuer Tag beginnt und man noch einmal den Leichnam besuchen könne.

„Am nächsten Tag, es war der Sabbat, kamen die Hohenpriester mit den Pharisäern zu Pilatus und sprachen: Herr, wir haben daran gedacht, dass dieser Verführer sprach, als er noch lebte: Ich will nach drei Tagen auferstehen. Darum befiehl, dass man das Grab bewache bis zum dritten Tag, damit nicht seine Jünger kommen und ihn stehlen und zum Volk sagen: Er ist auferstanden von den Toten, und der letzte Betrug ärger wird als der erste. Pilatus sprach zu ihnen: Da habt ihr die Wache; geht hin und bewacht es, so gut ihr könnt. Sie gingen hin und sicherten das Grab mit der Wache und versiegelten den Stein.“ (Mt 27, 62 ff) Ein Tag der Trauer – ja, ein Tag des Endens – nein. Selbst die Priester befürchten, ahnen, vermuten, dass noch etwas geschehen wird. Ich finde aus dieser Passage geht sowohl Unsicherheit als auch Angst hervor, auch wenn vermuteter Betrug das Anliegen ist. Die Erde bebete und verfinsterte sich als Jesus starb, der Vorhang im Tempel riss entzwei – da haben die Priester allen Grund sich ein wenig zu fürchten oder? Waren sie es doch, die Jesus mit ans Kreuz gebracht haben. Ich kann mir vorstellen, dass nachdem was am vorhergehenden Tag passiert war sich ein leises Stimmchen in den Köpfen der Priester meldete: „Was wenn Jesus nun recht hatte?“ …

Advertisements

Ein Gedanke zu “Karsamstag

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s