Ich halte mich am Seil

Gestern den Tag habe ich gut gemeistert und ich sage: Ja da bin ich stolz drauf, ich weiß, dass es schwer war – das Verlangen war groß, die Stimme der Essstörung laut. Doch ich war Inlinerfahren, um den Kopf frei zu bekommen und habe dann sogar noch Abendbrot gegessen und war trotz Druck nicht kotzen. Ja ich bin stolz – das ich so etwas sagen kann ist auch schon ein Fortschritt seit dem Jakobsweg. Es heißt ich erkenne meine Leistung an, da ich mir bewusst werde, dass sie nicht einfach war. 

Da sitze ich heute wieder beim Frühstück, starte motiviert in den Tag, schlage „Das Wort Gottes für jeden Tag“ auf und lese „Doch der Herr steht mir bei wie ein gewaltiger Held.“ (Jer 20, 11a) und fühle den Beistand und auch die Zuversicht zumindest erstmal das Frühstück zu meistern. Ja das was mir bei meinem Kampf immer wieder hilft ist mein Glaube und das Vertrauen in Gott, dass er bei mir ist und mich unterstützt – auch wenn ich mal wieder den falschen Weg einschlage. Durch den Glauben schaffe ich es auch mir zu vertrauen und Zuversicht zu schöpfen. Das klingt für einige vielleicht suspekt und überhaupt nicht verständlich, aber der Glaube ist für mich eine Art Seil an dem ich mich festklammern kann, wenn ich im tosenden Meer immer wieder untertauche. Ich sehe dann, dass ich die Kraft habe mich (kurze)  Zeit fest zu halten, dadurch über Wasser zu bleiben und weiter zu atmen und dieses Momente geben Kraft und ich sehe was ich leiste, denn das feste Seil zeigt es mir (so gesagt). Gelesen sagt der Vers mir: ich bin nicht alleine und ich kann mich am Seil festhalten, solange meine Kraft fürs erste dazu reicht. Habe ich das Seil brauche ich mich nicht schämen, dafür, dass ich immer wieder untergehe, ich brauche mir keine Vorwürfe machen, kann versuchen nicht auf sie hören, kann versuchen ihnen nicht zu vertrauen, denn ich versage in dem Moment nicht, ich kämpfe, halte mich fest und atme – besser als nichts und alles was ich schaffen kann. Ich versuche es weiter und klammere mich ans Seil, das ich nun sehe. 

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