Auf ein Weiteres

Da sagte Jesus zu ihr: Auch ich verurteile dich nicht. Geh und sündige von jetzt an nicht mehr! 

Ja ich habe es gestern geschafft, deswegen sage ich heute nicht auf ein Neues, sondern es ist ein weiterer Tag, den ich versuche zu meistern. 
Gestern der Tag lief super, wenn ich das so sagen kann. Kotzfrei war er in jedem Fall und da bin ich stolz drauf. Es war schwer überall den Versuchungen zu widerstehen, an der Uni und besonders am Bahnhof die vielen Gerüche und Läden die mich antriggern. Doch ich blieb standhaft. Ich habe zwar wenig gegessen, aber es drinne behalten. Der Tag ließ auch nicht so viel Freiraum für einen Fressanfall. Bis 10 Uhr Vorlesung: Entwicklungspsychologie des Jugendalters – war zwar erst eine Einführung, aber schon interessant. Dann folgte ein kleiner Freiraum, den ich stark bleibend in der Stadt verbrachte. Die Gedanken und das Verlangen war da (vermutlich hatte ich wirklich Hunger), aber nichts wäre mit meinem Gewissen vereinzubaren gewesen. Ich kaufte mir stattdessen einen Kalender (gibt es jetzt schön reduziert :p). Danach fuhr ich nochmal zur Uni noch ein paar Dinge regeln, bevor ich in di Bahn stieg und zu meinem ambulanten Therapeuten fuhr. Das Gespräch tat gut, es wühlte auf und bestärkte gleichzeitig. Ja ich will kämpfen und mir nicht mein Leben von der Essstörung verbauen lassen. Aber es geht nur Schritt für Schritt, denn irgendetwas hemmt mich und das muss ich erst herausfinden und damit umgehen. Ganz oberflächlich gesagt geht es mal wieder um Gefühle, die ich einfach nicht zulasse oder gar nicht spüre. Nach dem Gespräch unternahm ich noch einen Regenspaziergang mit einer Freundin, die ich in der Klinik kennengelernt habe. Es tat gut und half auch beim Abschalten (vll auch verdrängen) der Selbstvorwürfe, die im Gespräch aufgetaucht waren. Zurück in Erfurt ging es direkt im Anschluss um 18 Uhr zur letzten Vorlesung des Tages. Elisabeth von Thüringen das Thema. Auch diese Vorlesung war alles andere als langweilig und ich traf sogar eine Bekannte aus meinem Heimatort, die ich davor noch nie an der Uni gesehen hatte – wie klein doch die Welt ist. Gegen halb 9 trudelte ich dann in meiner Wohnung ein, nachdem ich nochmals den Bahnhofsgerüchen widerstanden hatte. Mein Abendbrot bestand aus einer Kartoffel, einem Ei und Rotkraut – besser als nichts und ich behielt es drinne, auch wenn die Gedanken stark waren. Ich schrieb zum ersten Mal wieder ausführlich Tagebuch und versuchte so den ganzen Tag zu verarbeiten – bis jetzt kann ich sagen es gelang mir gut. Nun geht es zu einem neuen Unitag – die Vorlesungen warten auf mich. 

„Gott hat dir dein Leben in die Hand gegeben und er lässt dir die Freiheit, es zu gestalten.“ Den Spruch finde ich mehr los passend. Und werde auf ihn vielleicht in einem anderen Artikel näher eingehen, mir schießen gerade viele Gedanken dazu in de Kopf, aber jetzt ruft erstmal die Uni 😉 

2 Gedanken zu “Auf ein Weiteres

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