Tag 45 (06.03.) – Zugfahrt in die Sonne

Santiago de Compostela – Madrid (ca. 600 km)

Da ging es also nach Madrid. 5:15 Uhr startete der Zug. Santiago hat mich verabschiedet, wie es mich auch jedes Mal willkommen geheißen hat – im Regen. 5 h Zugfahrt folgten, die ersten davon in einem unangenehmen Halbschlaf. Ich gab es dann auf eine bequeme Schlafposition zu finden, gönnte mir ein teures Frühstück und beobachtete wie Städte, Bäume, Wiesen und Straßen bei der Geschwindigkeit verschwammen. Langsam verschwand der Nebel der Dunkelheit und mit bis zu 250 km/h brachte der Zug Kilometer um Kilometer hinter sich. 25 km für die ich zu Fuß gute 5 h gebraucht hätte, flogen nun in 6 min vorbei. Schon beim Pilgern war mir immer wieder bewusst geworden wie schnell doch Autos und Busse eine Tagesetappe von 35 km hinter sich bringen. Für 5 km brauchte ich zu Fuß ca. eine Stunde, mit dem Bus waren es noch nicht mal 5 min. Entfernungen scheinen gar keine mehr zu sein – vom Flugzeug brauche ich gar nicht reden. Ist nicht jede Entfernung weltweit und sogar ins Weltall machbar? 600 km zogen heute in 5 h an mir vorbei – mehr als mein halber Jakobsweg. Aber bewusst wahrgenommen habe ich davon keinen. Die Landschaft war ein Schatten ihrer selbst – unscharf und zu schnell abwechselnd. In Madrid empfing mich Sonnenschein „ui, wie schön“  :). Volle Rolltreppen, hetzende Menschen, hohe Häuser… – mega viele Eindrücke der Großstadt stürzten auf mich ein. Doch in der Metro fand ich mich schnell zurecht, war genau wie in Paris. So kann ich gegen 11 an der Herberge an – einchecken erst ab 1. Ich setzte mich erstmal in den Warteraum auf das Sofa, um zu überlegen was ich die 2 h mache. War zwar nicht gelaufen, aber trotzdem schon lange auf und etwas müde. Ich nahm dennoch an dem kostenlosen Angebot der Stadtführung teil. Es folgten 3 interessante und unterhaltsame Stunden quer durch Madrid, Infos über Infos, Eindrücke über Eindrücke. Doch dazu morgen mehr nur so viel vorneweg: Madrid ist zwar groß, voll und wuselig, aber wunderschön, vor allem die Kathedrale hat mich auf den ersten Blick beeindruckt – und kam gleich auf Platz eins der schönsten Kathedralen, die ich bisher gesehen habe, zumindest von außen. Während der Stadtführung und auch hier in der Herberge kam ich mal wieder intensiver mit anderen Menschen in Kontakt und merkte, dass es schön war mal wieder zu reden, und vor allem zu erzählen was so hinter mir liegt. So verging der Tag und mir brummt jetzt noch der Kopf auf englisch. Morgen schaue ich mir dann einzelne Sehenswürdigkeiten (dann folgen auch die schon geschossenen Fotos) genauer an, bis dahin erstmal gute Nacht 😉

Auf Wiedersehen Santiago
Die Züge sind hier nicht anders
Die Kathedrale
Ein schön beleuchtetes Gebäude in Madrid

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