Tag 14 (03.02.) – vom Winde belebt

Caceres – Casar de Caceres (11 km)

Rückenwind, Seitenwind rechts, Windböe links, Gegenwind von vorne…. alles war heute dabei. Nach einem gemütlichen und langsamen Start in den Tag, mit Frühstück und ein wenig Stadt anschauen, starteten wir gegen 10 Uhr Richtung nächste Stadt. Es war eine kurze Etappe, aber auch die kleinen Schritte führen zum Ziel. Und ganz nach dem Motto: kleine Schritte sind besser als keine Schritte, aber mit Großen kommt man schneller voran, legten wir heute ziemlich zügig die Etappe zurück. Der Wind gab uns mal Antrieb und mal Gegenwind. Das was am meisten anspornte waren die dunklen großen Regenwolken, die wie ein Damoklesschwert über uns hingen. In guten 2 h hatte wir den Ort erreicht, gerade rechtzeitig eine Stunde bevor es anfing zu regnen. Perfekt getimet blieben wir trocken. Ein großes Stück der Route verlief auf dem Seitenstreifen einer ziemlich schnell befahrenen Straße. Darüber übersehen zu werden machte ich mir mit meinem wild flatterten, roten Regencape keine Sorgen. Den Autofahrern schien es auch nicht ganz geheuer, weshalb sie immer einen extragroßen Bogen fuhren… und fragt mich nicht was die Kühe auf der Weide am Rand gedacht haben… Geschaut haben sie auf jeden Fall wie: diese Menschen nur Unsinn im Kopf :p. Der Weg lief später über einen Feldweg, auch dort versuchte ich immer wieder vergeblich mein Cape zu bändigen, es schien ein Eigenleben zu führen. Eine Windböe fand immer eine Öffnung und blies es auf, egal wie viel Cape ich in der Hand hielt. Wieso habe ich das Ding nur angezogen? Eine Frage, die ich mir immer wieder stellte. Aber es sah wirklich aus als würde es jeden Moment anfangen zu regnen und auch Kathi war der festen Überzeugung, schon in der Ferne das niederkommende Wasser zu sehen. Vorbereitung ist alles, dachte ich, während die Regenwolken vermutlich gerade deswegen lachend weiterzogen. Die Landschaft ist schnell beschrieben. Der Weg führte durch nichts – kein Baum, kein Busch, kein Tier, kein Haus, nur die Straße in der Ferne. In der Herberge angekommen, den Schlüssel gab es in der Bar gegenüber, wurden als erstes die 2 Heizungen aufgedreht. Auch wenn ich trotz Wind nicht gefroren habe – ganz im Gegenteil ich schwitzte. Da ich fest der Überzeugung gewesen war nass zu werden, hatte ich für die Wärme meinen Fleecepullover unter die Jacken und eine Leggins angezogen. Wäre ich gestern noch froh über den Pullover gewesen, bereute ich es heute, vermutlich lag es auch an dem stürmischen Schritt, der belebte und erhitzte. Gegen 2 Uhr gingen wir Mittagessen. Auf dem Weg kamen wir an einer Grundschule vorbei, aus der massenhaft Kinder fröhlich und energiegeladen in ihre Freizeit stürmten und einfach mal die ganze Straße füllten. Das Geniale und eine echt gute Idee waren 2 städtische Polizisten, die die Straße abriegelten, damit keines der euphorischen Kinder den (hier wirklich wild) fahrenden Autos unterkommt. Nach der Siesta gingen wir für morgen einkaufen, ich werde um die 43 km laufen. 33 wären auf jeden Fall sinnvoll (zuerst hatte ich muss stehen, aber müssen tue ich ja nichts hier – ich könnte auch im 1000 Sterne Hotel schlafen :p), um eine Herberge zu erreichen. Und je nachdem wie ich lustig bin und sich die Füße anfühlen, hänge ich noch 2 h dran. Regnen wird es so oder so (die Hoffnung liegt bei wenig und nicht durchgehend). Irgendwie bin ich motiviert loszulegen, ich glaube so langsam komme ich auf dem Weg an 🙂

Der Weg: kurz aber leer
Ein Kreuz am Ortseingang
Die Herberge: mit Heizungen, sogar 2 an der Zahl

3 Gedanken zu “Tag 14 (03.02.) – vom Winde belebt

  1. Hallo Elisabeth
    Ich stimme Dir zu,deine Weise zu Schreiben lässt erahnen,dass Du offensichtlich langsam deinen. Weg findest. Die Schilderung über geschundene Füße und Sehnen treten zurück zu Gunsten von Mut und Erreichbarkeit. Der Weg beginnt etwas positives mit Dir zu machen. Ich bin irgendwie dabei.

    Gefällt 1 Person

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