Tag 13 (02.02.) – aufgeheizt

Alcuescar – Aldea del Cano – Caceres (37,2 km)

Der Regen zieht unendliche diagonale Fäden vor meinem Gesicht, die Büsche am Wegrand biegen sich hin und her, gegen und mit dem Wind, man hört eine platsch platsch, wenn die Füße den durchtränkten Boden treten… Noch im Trockenen gegen 9 Uhr gestartet, hatte es sich nach ca. einer halben Stunde schon eingeregnet. 4 h liefen wir im Regen bis wir einen Ort mit Busstation erreichten. Dachte ich am Anfang noch: Alles wasserdicht, machte ich gegenteilige Erfahrungen. Zuerst das Gute, meine Softshelljacke unter dem Regencape ließ meinen Oberkörper zumindest warm und trocken bleiben. Das Erste was ich als definitiv regendurchlässig einstufte war meine Hose. Das Regencape reichte nur bis zu den Knien, so waren diese als erstes durchnässt. Das Wasser lief von oben in den Schuh und ließ so die Socken nass werden. Wich ich am Anfang den Pfützen aus und sprang (soweit es meine Füße zuließen) über die Rinnsaale, die sich quer über den Weg bahnten, verbuchte ich es bald als sinnloses von rechts nach links Wechseln. Komischerweise schwamm zuerst der linke Fuß auf seinem Wasserbett im Schuh und erst eine ganze Weile danach der Rechte. Tap, patsch, tap, patsch, plitsch, platsch, tap, patsch… und dazu flatterte das Cape unwillkürlich im starken Wind, der heimtückisch und unerwartet in Böen von links kam. „Weiter, weiter, weiter“, dachte ich, der Regen drängte und trieb voran doch die Zeit schien überhaupt nicht zu vergehen. Die Natur: nass… Bäume, Büsche, Gras, Steine… Weideflächen mit vereinzelten Kühen und Trampelfade unweit der Autobahn. Auch eine alte Römerbrücke überquerten wir. Desweiteren kann ich hinter „Einmal von einer Schafherde überrannt werden“ nun ein Häkchen machen. Diese wurde in die entgegengesetze Richtung auf der Straße getrieben. Nach einem langen wärmenden Essen und einem Aufenthalt in einer Bar vor einem etwas trocknenden Ofen nahmen wir den Bus nach Caceres. Der Ofen konnte uns etwas aufwärmen, doch richtig warm wurden wir erst in der Herberge (zum Glück mit Heizung). Die Heizung drehten wir so weit es ging und heizten das Zimmer (4er mit 2 Doppelstockbetten nur für uns 2) richtig ein. Die Leitern wurden als Wäscheleine zweckentfremdet. Meinen Schlafsack brauche ich heute bestimmt nicht, eine Decke reicht bei der Wärme. Aber gut so, endlich mal ein richtig aufgeheiztes Zimmer. Immer wieder lerne ich hier die Heizung und Wärme zu Hause in den Häusern zu schätzen. Die Stadt schauen wir uns jetz im Dunkeln und Trockenem noch etwas an.

PS: bei dem Wetter dachte ich den Gedanken das Handy rauszuholen und ein Foto zu machen gar nicht und wenn doch dann belehrte mich eine Regen-Windböe noch vor der Ausführung eines Besseren.

Trockenwetter hat eingesetzt
Ein schönes Bild: Die Kathedrale Santa Maria bei Nacht

4 Gedanken zu “Tag 13 (02.02.) – aufgeheizt

  1. Hoffentlich reicht die Nacht, um alles wieder trocken zu machen. Das liegt wohl tatsächlich an der Jahreszeit. Im Sommer regnet es wohl kaum. Aber dafür ist es sengend heiß. Naja, absolut optimal kriegt man es wohl nie. Aber jedes Wetter hat so seine Reize.
    War die Herberge direkt an einer Art Marktplatz und die Dusche und WCs Einbauteile? Da habe ich in Caceres geschlafen.

    Gefällt 1 Person

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