Tag 8 (28.01) – einsam gingen wir gemeinsam 

Monesterio – Fuente de Cantos (20,9 km) 

Mit der Sonne im Rücken und der Kläranlage in der Nase verließen wir Monesterio. Kathi und ich hatten uns entschieden die heutige Etappe gemeinsam anzugehen. Anfangs passierten wir noch einige Dehesas bevor weite, baumlose Ebenen die Strecke unendlich lang erscheinen ließen. Auch wenn wir oft einfach nur schweigend nebenher liefen, war es doch angenehm nicht verloren durch das „Nirgendwo“ zu pilgern. Wir begegneten 2 Pilgern die die Strecke andersherum gingen. Von insgesamt 5 Stunden folgten wir die letzten 2 Stunden der Hauptstraße bis Fuente de Cantos, da ein zu überquerender Fluss laut Reiseführer nach Regen unpassierbar sei. Die Strecke war mit der Zeit sehr monoton. Mich plagten meine Achillessehnen zum Ende hin wieder etwas mehr und Kathi musste öfters eine Pause zur Entlastung des Rückens einlegen und hatte auch mit einer Sehne unter dem Fuß zu kämpfen (was man nicht alles für Sehnen auf dem Weg entdeckt…). Uns hetzte nichts, doch wir waren um so glücklicher statt Kühen und Schafen endlich weiße Häuser der Stadt am Horizont zu entdecken. Gegen um 2 Uhr erreichten wir die Herberge, zu der wir auf ein nettes Fragen nach dem Weg sogar gebracht wurden. Ein netter älterer Spanier gab uns Begleitschutz, damit war ein Verlaufen auf den letzten Metern unmöglich. Die freundlichen, aufgeschlossenen Begegnungen gingen noch weiter. In der Herberge, oder eher Hostel, empfing uns der Besitzer freundlich, ihm wurde aus Monesterio zugetragen, dass 2 Deutsche kommen würden. Hatte ich gesagt die Letzte Unterkunft ist die Beste? Dann korrigiere ich mich, die heute ist die Beste. Das Beste daran? Sie ist warm und das schon beim ersten Reinkommen. Der Vater des Besitzers war gerade zu Besuch und sah uns unsere leeren Mägen anscheinend, auf jeden Fall lud er uns in sein Auto und chauffierte uns zu einem „muy bien“ Restaurant. Dort aßen wir für insgesamt 20 Euro (2*Vorspeise, 2*Hauptspeise, 2*Dessert, Flasche Wein, und 2*Kaffee, 2*Schnaps und Salat mit Weißbrot aufs Haus – also wir fühlten uns wie Königinnen, nach dem anstrengendem Tag). Zurück im Hostel war Wäsche waschen angesagt. Zu unserer Überraschung stieß noch eine Berlinerin zu uns. Nach einigen Besorgungen sitzen wir nun im Hostel und trinken Wein und lassen uns süße Ananas schmecken. Und ich dachte mal: wenn ich jemand treffen, dann bestimmt keine Deutschen… Ach und zu meiner weiteren Überraschung stand Oliver auf einmal vor dem Hostel und meldete sich wieder auf dem Weg zurück. So starten wir nun morgen zu viert unsere nächste Etappe. So viele tolle Begegnungen und es scheint nicht aufzuhören 🙂 

„Wenn du schnell gehen willst, geh alleine. Wenn du weit gehen willst, geh zusammen mit anderen.“ Spanisches Sprichwort, das ich die letzten Tage iwo gelesen habe und einfach passt. Danke Gott, einfach für Wege die sich kreuzen. 

Die Sonne wärmte uns den Rücken
Schafe waren unsere Wegbegleiter
Zu Beginn waren noch Bäume zu sehen
… bevor es eine hügelige Weite wurde

Der Blick zurück auf das Geschaffte

Am Horizont die Stadt
Die Stadt ist erreicht! 🙂
Eine lustige Entdeckung: Schweinehäuser 😉
Geschafft! Der Blick vom Minibalkon

Das Hostel:

Bei Gesellschaft mit Wein und Ananas klingt der Abend aus 🙂

4 Gedanken zu “Tag 8 (28.01) – einsam gingen wir gemeinsam 

  1. Schön, dass Du gute Begleitung findest.
    Interessant finde ich auch Deine Wetterbeschreibungen. Bei mir war nur Hitze, Hitze, Hitze 😉 Außer einer einzigen Stelle war gar nichts überschwemmt. Schön, dass es auch andere Eindrücke gibt.
    Bei Fuente de Cantos erinnere ich mich auch, dass mich ein Mann zur Herberge brachte. Allerdings erkenne ich nicht viel wieder. Gibt es im Hof ein kleines Schwimmbecken? Aber es gab nicht nur eine Herberge in dem Ort. Vielleicht bist Du in einer anderen gelandet?

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    1. Ja damit oder mit so vielen hätte ich nicht gerechnet auf einmal 🙂 das hat die Berlinerin auch erzählt, sie war letztes Jahr im Sommer schon hier. ja da gab es mehrere, aber die Herberge hatte auch nen kleinen Pool

      Gefällt 1 Person

  2. Liebe Elisabeth,
    wir finden es so toll von dir,das Du trotz körperlicher Strapazen uns noch jeden Tag einen Bericht
    über deine Tagesetappe lieferst. Meist kommt man an und fällt um! Auch wir haben uns oft am Berg gefragt, warum tue ich mir das an, warum muß ich dort hoch ?? Aber oben war es immer schön und ein Sieg über den inneren Schweinehund-es bleibt unvergessen.
    viele Grüße aus Graupa

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    1. Danke für den lieben Kommentar 🙂 Also umgefallen bin ich zum Glück noch nicht, aber schreiben kann ich ganz gut auch im Liegen und es ist einfach auch nochmal schön für mich zu rekapitulieren was alles so los war am Tag und das man einfach Berge geschafft hat, von denen man dachte man schafft es nie :p
      Ganz liebe Grüße zurück, aus Zafra

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