Tag 2 – Ohne Plan… und trotzdem gefunden 

Ein Tag Sevilla liegt hinter mir. Um 9 Uhr bin ich gestartet und gegen 18 Uhr war ich wieder im Hostel, wollte ja auch noch einiges für morgen vorbereiten. Die Eindrücke von gestern wurden erweitert und vertieft, es ist einfach eine schöne Stadt mit einem lebendigem Treiben. Das erste was mir heute ein Schmunzeln entlockte war ein Spanier, der seinen Hund mit einem Morgenspaziergang ausführte, doch nicht nur einfach so, nein zeitungslesend lief er dem Hund kreuz und quer durch den Park nach. Am Frühstückstisch Zeitung lesen kann ja jeder… :p Obwohl es frühs doch etwas frisch war, gelang es der Sonne, die Stadt zu erwärmen, so konnte ich bei 15°C die Strahlen genießen. 

Blauer Himmel, Sonnenschein – Neid darf sein 😉

Übrigens gilt Sevilla als heißeste Stadt auf dem europäischen Festland mit Sommertemperaturen bis zu 50 Grad… da kann man die ein oder andere Dame mit Pelzmantel, Stiefel, Mütze und dickem Schal doch verstehen. Sevilla ist dazu die viertgrößte Stadt Spaniens, weshalb doch einige mehr Touristen zu sehen sind, als ich jetzt zu der untypischen Reisezeit erwartet hatte. Als ich etwas am Fluss (Rio Guadalquivir) entlang spazierte und die Sonne aufnahm, die mir ins Gesicht schien hatte ich das Glück einem Kajakrennen beizuwohnen. Die Teilnehmer wurden energisch vom Publikum am Rand angefeuert. 

Nach einigen Parks und Bauwerken, wie z.B.der Universität stattete ich dem Kunstmuseum und dem archäologischem Museum einen Besuch ab. Wusstet ihr, dass hier in Sevilla ganze Elefantenskelette ausgegraben wurden? Genauer gesagt Urelfanten, die nahen Verwandten der Mammuts. Ansonsten konnte ich vor allem Überbleibsel der Römer betrachten, wie Statuen, Vasen und Mosaike. 

Archäologisches Museum im Parque de Maria Luisa
Ich (angestrahlt) im Park 😉

Dann führte mich mein Weg gemütlich weiter durch einen Park, den Parque de Maria Luisa. Ein riesiger und wundervoller Park. Und dann stand ich auf einmal auf dem Plaza de Espana, anschauen wollte ich ihn mir, aber ich war nicht planmäßig auf ihn zugesteuert und hatte ihn eigentlich auf der anderen Seite vermutet… Genau das hatte ich mir vorgenommen, einfach mal loslaufen und schauen was ich entdecke, abbiegen aus reiner Intuition. Und bei all dem war ich immer wieder selber überrascht, mich nicht heillos in den kleinen verzweigenden Gässchen verlaufen zu haben, aber anscheinend führen in Sevilla alle Wege zur Kathedrale den dort kam ich des Öfteren an ohne es zu wollen. So haben auch die Museen,  Parks und die Sehenswürdigkeiten mich gefunden und nicht anders herum. …  man sollte viel öfter mal einfach dahin laufen, wo sein Gefühl einen hinführt und das Navi auslassen. 

Ein kleiner Teil (aber Hauptteil) des Plaza de Espana

Jedenfalls war ich bezaubert von dem Flair den der Plaza versprühte, und zu meinem Glück wurde ich gleich Zeuge von einer tollen Flamencoshow. Danach ging ich bewusst zur Kathedrale, dort erwartete mich eine 1/2 Stunde lange Warteschlange. Doch diese nahm ich gerne in Kauf und fand es noch nicht mal schlimm… Man sieht wie entspannt ich bin 😉 

Ein Stück der Kathedrale

Die Catedral de Santa Maria de la Sede ist die drittgrößte christliche Kathedrale und größte gotische. Ich war gespannt und wurde, kaum war ich drinne, förmlich von der Größe erschlagen, ich war etwas ratlos in welche Richtung ich als erstes gehen sollte. Ca. 30 Altare/Kapellen prägten den Rand der Kirche in der Mitte stand das Hauptstück, ein goldener prunkvoller (in meinen Augen zu übertrieben) Altar mit dem größten Altarbild der Welt. Das Beste war der Glockenturm, von oben hatte man einen tollen Blick auf Sevilla (weiß leuchtende Häuser bestimmen das Stadtbild). 

Sevilla von oben, die Kathedrale überragt fast alles 

Auf den Turm führen nicht wie üblich Treppen sondern breite Gänge die in Rampen aufsteigen. Sinn und Zweck:das man früher zu Pferde auf den Turm reiten konnte. Außerdem kann man die Gebeine des Christoph Kolumbus angeblich in dem Grabdenkmal begutachten. Tja und was soll ich sagen ruckzuck neigte sich der Tag auch schon dem Ende. Ich erledigte noch einige Besorgungen für morgen und ging ins Hostel. Ach und das Highlight hätte ich fast vergessen… : Ich habe meinen ersten Stempel im Pilgerausweis in der Kathedrale bekommen, ja nun fühlt es sich langsam real an 🙂 

Der erste richtige Stempel 🙂

Bei den Pausen die ich ab und an einlegte (meist in einem Park), beobachtete ich die Menschen, genoss das Wetter und die Schönheit der Umgebung und wurde sogar manchmal von Vögeln unterhalten, die neben Kinderlachen, spanischen Unterhaltungen, Straßenlärm und Pferdegetrappel fröhlich zwitscherten. Ja heute nahm ich nochmal die ganze Breitseite der menschlichen Gesellschaft mit, bevor ich morgen alleine die vor mir liegenden 20 km antrete. Ich bin voller Tatendrang meinen Rucksack aufzusetzen und loszulaufen 🙂 

Andale! (los geht’s) 

Mein Spruch für heute: Gehe den Weg den du meinst im Herz zu spüren. Er führt ans Ziel oder an ein Anderes. PS:den Kopf kann man dann immer noch einschalten :p 

4 Gedanken zu “Tag 2 – Ohne Plan… und trotzdem gefunden 

  1. Hallo, da hast Du Deine Eindrücke sehr schön und detailiert erzählt.
    Das war ja nun Dein Prolog zum eigentlichen Weg, …bin schon gespannt wie es weitergeht.
    Du hast Dir ja heute 20 km vorgenommen und das ist zu Anfang bestimmt eine machbare Distanz.

    PS : Hab zwei Elisabeth Tuma bei Facebook gefunden, gibt es noch ein weiteres Kriterium: Wohnort oder Geburtstag ???

    Gruß
    Martin

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