Mein Weg ist mein Leben

„auf deinen Wegen, durch das Leben
da kommen Kreuzungen, und du stehst
du musst abwägen und überlegen, was du wählst und wofür du gehst
die bösen Geister, und all die Quäler
immer wieder, kommen sie zurück
es wird nicht leichter, nein es wird schwerer
du musst ihn meistern, den nächsten Schritt“ 

dieses Lied von EFF hörte ich gestern im Auto, und obwohl ich es schon tausendmal gehört und auch hoch und runter mitgesungen habe, sprach mich der Text erst gestern an. Ich denke auf unseren Lebenswegen kommen oft Kreuzungen, große lebensverändernde und ganz kleine unscheinbare und die, die mittelmäßig sind (wir wollen ja kein schwarz-weiß Denken). Für welchen Weg entscheide ich mich? Welcher Weg ist der Richtige? Welcher Weg ist vielleicht nur eine Sackgasse? Wohin führt der Weg? … Fragen über Fragen, die eine Entscheidung nie wirklich einfach machen. Und zu alledem wünschen wir doch immer insgeheim, dass der Leichtere auch der Richtige ist. Kam bei Spaziergängen die Frage: „Welchen Weg wollen wir weiter gehen?“ Folgte die Antwort der Kinder: „Welcher ist denn kürzer? Den ohne so viele Berge!“ Kurz gesagt, der Weg, der nicht so anstrengend ist. Aber wieso nicht anstrengen? Ohne Anstrengung erreicht man nichts, ohne Anstrengung kann man keine grandiose Aussicht von der Spitze eines Berges genießen (Lift und Auto fahren ist geschummelt :P). Bei meinen Probetouren für den Jakobsweg handelte ich des öfteren nach dem Motto: Ich sah einen Berg, wollte da hoch, verließ den Weg und stiefelte querfeldein geradewegs auf die Spitze zu. Bis jetzt kam ich immer oben an und es war jedesmal wieder ein Erfolgserlebnis. Aber zurück zum Text. Böse Geister und Quäler… symbolisieren bei mir einengende und bedrückende Gedanken und Gefühle, aber auch Erinnerungen an Geschehnisse, die man am liebsten vergessen würde. Wir erwarten doch meist: schlage ich einen neuen Weg ein, dann lasse ich das Beschissene alles hinter mir. Tja leider nimmt man die Vergangenheit immer mit, weil die Gegenwart und Zukunft darauf gründet. Ohne Vergangenheit wäre kein Mensch an dem Punkt, an welchem er jetzt sitzt, geht, steht oder liegt. Wollen wir mit einer Entscheidung nicht immer etwas erreichen, weiter kommen, etwas abschließen? Und wie ich es schon geschrieben habe, um einen Erfolg zu erzielen kann es ja nicht leichter werden (zumindest in den meisten Fällen). Und wenn hinter einem Hügel gleich der nächste Berg lauert wird es schwerer, aber auch die Aussicht schöner und die Luft reiner. Nur mit der letzten Zeile des Textes werde ich nicht ganz grün… „du musst…“, wie ich schon in vergangenen Beiträgen ausführte, habe ich damit so meine Problem, aus ich kann, will und darf wird bei mir zu oft ein gezwungenes ich muss. Also müssen tue ich gar nichts, ich muss den Berg nicht hoch steigen ich kann auch stur unten sitzen bleiben. Ich komme zwar dann nicht weiter, kann den nächsten Schritt nicht gehen, aber vielleicht brauche ich das auch gar nicht jetzt sofort. Ich muss auch nicht immer nur nach oben gehen, so kann ich zur Erholung mal ein Stück wieder runter gehen und Anlauf nehmen. Also müssen tue ich gar nichts oder zumindest kann ich das Müssen, nicht als Zwang und Erwartung sehen und einfach umformulieren: Wenn ich will kann ich den Berg besteigen, denn ich sollte (irgendwann) den nächsten Schritt meistern, um auf meinem Lebensweg weiterzukommen.

Ich habe ein Leben und was wäre mein Leben denn ohne mich? Ich und mein Leben sind untrennbar miteinander verbunden, sind alleine nicht existenzfähig. Ich lebe mein Leben und mein Leben führt auf einem bestimmten Weg, geht hoch und runter und bahnt sich wie ein Fluss den Weg irgendwo durch die Landschaft. Ein Fluss, den man kaum steuern kann, ein Fluss, der aber viele Verzweigungen aufweist. Ich lebe in meinem Leben, ich kann mir kein Wunschgebilde erschaffen oder ein Anderes wählen, denn der Fluss fließt nunmal, wie er fließt. Doch ich habe die Wahl: Lass ich mich einfach treiben oder schwimme ich lebendig darin umher (vielleicht auch mal gegen den Strom) und genieße es? Ich möchte nicht einfach nur treiben, ich möchte schwimmen, frei schwimmen und das kann ich auf lange Sicht nur ohne den Kugelfisch Doris (s. „Mein Kugelfisch“). Lebendig sein kann ich nur, wenn ich auf meine Gefühle höre, ohne sie mit einer Essstörung zu bekämpfen, denn nur so bin ich lebendig. Und deswegen: „Ihr könnt mich mal, ihr verlockenden Kotzgedanken, du mitreisendes Verlangen nach Essen, Doris du kannst selber hungern, wenn dir das so gut gefällt, aber ohne mich! Ich werde essen und nicht kotzen, auch wenn du mir ein schlechtes Gewissen einredest.“ Es ist mein Leben, mein Weg, mein Lebensweg. Niemand ist dafür besser geeignet als ich, um diesen zu begehen. Ich kann mein Leben selber leben, ohne mich von einem Kugelfisch abhängig zu machen und vergiften zu lassen. Ich bin aufgefordert meinen Weg zu gehen Schritt für Schritt. Ob ich das nur fröhlich springend oder auch mal traurig oder wütend mache, ist mir überlassen, ich darf ihn gestalten wie ich will. Mein Lebensweg, ist der Weg, den nur ich gehen kann. Ich bin auf einem Weg, der mein Leben ist. Ich habe mich entschlossen den bisherigen Weg zu verändern. Ich verlasse den Weg, der mein Leben isst. (Ich und die Wortspielerei :D)
Den Jakobsweg, der vor mir liegt (übermorgen geht es los!!!), sehe ich als ein Lebensabschnitt, den ich gehen kann, wie ich will. Ich werde versuchen auf meine Gefühle, auf meine innere Stimme zu hören und werde mich anstrengen, aber auch mal ausruhen, Entscheidungen treffen und Berge hoch und runter laufen, nicht weil ich es muss, sondern weil ich es will.

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„das ist ne Reise, ohne Navi
alles offen und immer wieder neu
all die Prüfungen, ich glaub man schafft die
bleibt man sich selbst so gut wie es geht treu
[…]
ey glaub mir du bestimmst den Weg
und es ist ganz egal wohin du gehst
den es wird immer diese Stimme
die dir hilft, immer
Hör auf die Stimme, hör was sie sagt, sie war immer da, komm, hör auf ihren Rat
Hör auf die Stimme, sie macht dich stark, sie will dass du’s schaffst

 

PS: Jetzt muss ich nur noch meine eigenen Wort annehmen und umsetzen, mein Wissen verstehen und fühlen. 😛 Aber ich habe ja bald genug Zeit um mich auszuprobieren.

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