Kontrolle

Wie bekomme ich Kontrolle, wie gebe ich Kontrolle ab? Wieso will ich immer alles kontrollieren?   … und wieso stelle ich immer so viele Fragen? 
Ich habe die Kontrolle, will die Kontrolle, brauche die Kontrolle…
Nur Kontrolle über was?
Über mein Essen, mein Gewicht, meine Essstörung, mein Leben, meine Handlungen?
All das habe ich schonmal geglaubt, gesagt, es mir eingeredet und war überzeugt davon.
Kontrolle von zwei Seiten
Ich kontrolliere die Essstörung, ich kontrolliere mich durch die Essstörung,
die Essstörung und die damit verbundenen Gedanken kontrollieren mich.
Mein Handeln wird beeinflusst und kontrolliert
– durch mich – direkt und indirekt, bewusst und unbewusst.
Gedanken und Gefühle kontrollieren mich: Gute und Schlechte.
Kontrolle ist Beeinflussung, Zwang, Ablenkung, Sicherheit, Struktur,
Hoffnung, Zufriedenheit, Kampf, Gewissheit…
Die Bulimie entzieht mir die Kontrolle und gibt sie mir nicht, das habe ich verstanden.

Es ist nicht die Kontrolle über meinen Körper – es ist die Kontrolle über meine Gefühle.
Ich beherrsche meine Emotionen, will sie an- und ausschalten, wie es gerade passt.
Gefühle wie Traurigkeit, Wut, Enttäuschung, Verletzlichkeit, Unsicherheit, Unzufriedenheit…
sehe ich als schlecht an, versuche ich auszuschalten, nicht zuzulassen.
Sie werden unterdrückt, ausgehungert und ausgekotzt durch die Bulimie.
Beherrsche ich meinen Körper, beherrsche ich meine Gefühle
– ein Irrweg, ein Irrglaube… und doch fest verankert.
Gefühle können nicht kontrolliert werden,
sie müssen zugelassen werden, ausgehalten und überwunden, aber nicht gänzlich verdrängt.
Trotzdem versuche ich meine als schlecht deklarierten Gefühle zu unterdrücken
und zu überschreiben durch Gute, dann aufgesetzte Gefühle.
Diese werden doch erwartet oder? Ich erwarte sie von mir zumindest.
Wird es nicht vorausgesetzt, dass ich mich kontrolliere und funktioniere,
in einer Welt, die Anforderungen stellt und in der Erfolg gezeigt werden muss,
in einem Leben, dass ich meistern muss, um in dieser Welt zu bestehen.
Fröhlichkeit, Mitgefühl, Hilfsbereitschaft, Vergebung, Stärke, Verlässlichkeit,
Durchhaltevermögen, Erfolg, ein perfekter Körper…
Ja, aber doch nur in einem für mich gesundem Maß oder?
Aber wieviel ist das?
Ist es einfach nur eine falsche Art der Kontrolle – die Unterdrückung?
Denn Kontrolle und Halt sind doch gut, sind notwendig im Leben.
Wo finde ich Halt, eine Konstante, die immer da ist in meinem Leben.
Bislang war es die Essstörung, denn Essen bestimmt ja unser Leben, ist notwendig,
also wieso nicht das Lebensnotwendige als Kontrolle verwenden?
„Kontrollieren Sie wann, wieviel, was Sie essen und wieviel Sie im Körper behalten möchten.
Allzeit bereit und begleitend, meist ganz unbemerkt in Ihren Gedanken und Handlungen
– immer abrufbar, gefühlsabschreckend und entschlossen mit Ihnen in den Tod zu gehen!
Die Abhängigkeit von der Zahl auf der Waage und ein eigenes Idealbild sind inklusive!
– Lassen sie mich in ihrem Leben die Kontrolle übernehmen!
Buchen sie jetzt Ihre ganz individuelle Essstörung…“
Die eigene Kontrolle wird entzogen, doch das wurde mir erst mit der Zeit bewusst.
„Ich muss hungern, ich muss kotzen, sonst verliere ich die Kontrolle, sonst fehlt der Halt.
Ich habe Anforderungen nicht erfüllt, ich habe Fehler gemacht,
ich habe enttäuscht, ich war nicht aufmerksam genug …
Kleinigkeiten scheinen mir schon die Kontrolle zu entziehen,
doch die Beherrschung meines Körpers gibt Halt,
ich schaffe es die Zahl auf der Waage weiter nach unten zu drücken.“
Der totale Kontrollzusammenbruch, wenn man durch die Essstörung nicht mehr kontrollieren
kann/darf/will – Sicherheit geht verloren.
Doch es war eine falsche Kontrolle, ein Kontrollkäfig, der zerstört werden musste.
Nun gilt es Halt in mir zu finden, denn das, was immer da ist bin ich,
die Begleitung, die immer da ist bin ich,
liegt es da nicht Nahe mich mit mir selbst erstmal anzufreunden?

10 Gedanken zu “Kontrolle

  1. Hallo Elli, die Kontrolle ist Fluch und Segen zugleich. Einerseits gaukelt die Kontrolle uns etwas Positives vor. Anderseits wird überall Kontrolle von uns erwartet. „Iss nicht zu viel! Iss nicht zu wenig! Iss abends keine Kohlenhydrate! Verbringe nicht zu viel Zeit mit deinem Smartphone, Tablet, PC! Tu das nicht in übertriebenen Maße! Tu jenes nicht ständig!“ Na, was denn nun? Ich habe mir das Kontrolldenken abgewöhnt, denn es hemmte mich in meiner Persönlichkeit. Noch vor paar Jahren, als ich die Essstörung mit aller Liebe zum Detail auslebte, kotzte ich dem Kontrollwahn regelmäßig ins Gesicht. Kontrolle wird überbewertet, denn warum müssen wir so sein, wie uns andere haben wollen? Geh dir nicht selbst aus dem Weg, denn du gehörst zu dir. 🙂
    Viele Grüße
    Michaela

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    1. Wahre Worte. Doch ich denke ein wenig Kontrolle braucht der Mensch einfach im Leben, gerade wenn es um das Miteinander geht, es muss nur eine Waage zwischen Rücksicht nehmen und alles richtig machen wollen gefunden werden. Auch bei einer Essstörung ist Kontrolle wichtig, denn iwie ist der Kampf dagegen auch eine Kontrolle, stark bleiben und dem Verlangen nicht nachgeben, eine Kontrolle von Gedanken, die man nicht ausführt. Trotzdem hoffe ich einen Weg zu finden mich anzuerkennen ohne über die Kontrolle meines Körpers. Denn wenn man auf seine Gefühle und Bedürfnisse hört, ist es doch auch die Ausführung von Kontrolle oder? Doch ich denke dann ist es die normale innere Kontrolle, die jede Person ausführen sollte, ohne sich von außen einreden zu lassen, was kontrolliert werden muss.

      Darf ich mal eine persönliche Frage stellen? Ist es dir dein Gewicht egal bzw. hast du die Abhängigkeit von der Zahl überwunden?

      LG Elli

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      1. Guten Morgen Elli, ich gebe dir vollkommen recht. Kontrolle ist durchaus notwendig. Es spricht nichts dagegen, es nicht als Kontrolle zu deklarieren. Kontrolle hat etwas Hartes an sich. Es klingt negativ. Im Vergleich: auf sich selbst zu hören, schmeichelt deiner Psyche, ohne dich selbst zu belügen. Ich bin ziemlich diszipliniert und lebe gern in einer – von mir vorgefertigten – Struktur. Schon immer und in meinen Krisenzeiten war es ausgeprägter. Jedoch nehme ich Abstand zu behaupten, nur weil ich die ES nicht mehr auslebe, bin ich nicht mehr diszipliniert und bräuchte keine Struktur in meinem Leben – was auch eine gewisse Kontrolle darstellt. Es gibt Verhaltensweise, die sehe ich eher als Charakter und persönliche Eigenschaften an. Zwar bestimmt die ES eine Person, aber ohne ES waren/sind ebenfalls individuelle Verhaltensweisen vorhanden, die sich eine ES eben „nur“ zu Nutze macht. Ein harmonisches Miteinander ist von festen und moralischen Gesetzen bestimmt. Als Kontrolle an sich habe ich es so noch nicht wahrgenommen.

        Persönliche Fragen sind willkommen. 😉 Viele Jahre bestimmte das Gewicht mein Leben. Um genau zu sagen, bis zu meinem 30. Lebensjahr war es ganz enorm. Eine Waage hatte ich zuletzt nicht mehr im Haus, allerdings nutzte ich jede Möglichkeit, mich woanders zu wiegen. Meine Angst war die Zahl 60. Mittlerweile, ich werde in ein paar Monaten 35, ist mir die Zahl egal. Im Gegenteil, ich möchte zunehmen, aber es gelingt mir nicht. Ich möchte 60 Kilo wiegen, es funktioniert nicht, trotz eines geregelten Essverhalten – kein hungern, kein fressen, kein kotzen. Meine Waage, ich habe berufsbedingt eine da, zeigt mir den Vogel. Mein Leben mit der „ausgetrockneten ES“ ist um längen besser, als ich es je für möglich gehalten habe. Ich lasse mich nicht mehr vom Fressen, Hungern, Kotzen beeinflussen. Der Kampf lohnt sich. 🙂
        LG
        Michaela

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      2. Ja, ich denke es ist alles eine Art der Ansicht und wie man etwas deklariert, da kann auch etwas Gutem auch mal was Schlechtes und andersherum werden.

        Danke für deine Antwort, das macht mir Mut und gibt Kraft weiterzukämpfen so etwas zu hören. Bei mir war es die 55 mit der ich dachte mich nie anfreunden zu können, der pure Horror als sie dann auf der Waage stande, doch jetzt steht sie nun einmal da, ich wünsche mir zwar immer noch das es wieder runtergeht, aber habe beschlossen einfach mal zu versuchen die 55 anzunehmen, bis jetzt läuft es ganz gut, ich esse nur wenig beeinflusst und man stelle sich vor ich lebe noch :p
        LG Elli

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      3. Ich war früher ein Wrack meiner selbst. Für mich gab es nichts Gutes. Ich suhlte mich in meinem Leid, welches mir in der Kindheit widerfuhr. Ich fühlte mich nicht nur nutzlos, sondern ich war es wirklich. Aus heutiger Sicht unverzeihlich, wie ich mit mir umging. Es war ein Zeitalter, in der die mediale Schönheit noch nicht okultmäßig propagiert wurde, dennoch war Schlankheit für mich der ultimative Weg geliebt zu werden. Ich habe von 66 kg bis 42 kg alles durch. Die 75 kg in der Schwangerschaft lasse ich bewusst außen vor. Ständig blinkte die Zahl, aber im Grunde ist das Quatsch. Es ist und bleibt eine Zahl, die äußerlich keinen Schaden anrichtet.
        Trotz Therapie hielt der Wahn jahrelang an. Mittlerweile weiß ich, es ist eine reine Kopfsache. Damit meine ich nicht das Zurechtbiegen von Wahrheiten, sondern die situative Sichtweise. Wir sind intelligente Wesen. Dadurch haben wir stets die Wahl, entweder das Schlechte zu sehen oder den Sinn dahinter zu entdecken. Meine Tage sind nicht gleich positiv. Auch ich erlebe Tiefs, die mich in ein schwarzes Loch reißen. Mit dem Unterschied zu früher, ich gönne mir den Schmerz bewusst eine kurze Zeit und dann muss auch wieder Schluss mit jammern sein. Dann packe ich es. Aber bis dahin war es ein verdammt harter und steiniger Weg, der nie enden wird.
        Ganz schnell kann das Leben vorbei. Was ist dann? Bereuen wir, dass wir unser Leben nicht gelebt haben? Nein, das möchte ich nicht. Aktuell ist meinem näheren Umfeld ein unerwarteter Schicksalsschlag eingetreten, der mich sehr zum Nachdenken brachte.
        Veränderung beginnt mit dem ersten Schritt. Nichts geht von jetzt auf gleich in eine Gewohnheit über. Hauptsache ist, man macht es für sich selbst. Denn man lebt nur für sich selbst, ohne als Egoist zu gelten.
        Essen gehört zum Alltag, leider… Ich persönlich kann noch heute liebend gern darauf verzichten, aber ich habe mich bewusst für mich und meinem Körper entschieden, also muss ich essen.
        Elli, du bist auf einen super guten Weg. Deine Offenheit wird dir im Kampf gegen die ES helfen. Anfangs ist es komisch und teilweise schambesetzt, aber auch das wird sich ändern. Verliere nie den Mut und halte dich fest, nicht die ES.
        Ich kann dir aus Erfahrung sagen, der Kampf wird leichter und irgendwann siehst du es nicht mehr als Kampf, weil du mit dir im Reinen bist. Du bist eine tolle, sympathische und hübsche junge Frau (laut Bild)… Lass dich nicht von der ES unterkriegen. Du bist stärker, um längen stärker. 🙂
        LG Michaela

        PS: Falls ich zu ausschweifend war, sorry… Ich verliere mich gern im schreiben. 🙂

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      4. Das sind so wahre Worte, die haben mich sehr berührt (ich habe nichts gegen Ausschweifungen 😉 mache das selbst ganz gerne). Jaja so ist er unser Kopf schlau aber auch manchmal ziemlich hinterlistig. Ich stimme dir voll zu, man muss sich selbst finden und Halt geben, denn man selbst ist sich ja immer am nächsten und (blöd ausgedrückt) aber der Grund weshalb man lebt.
        Dein Zuspruch bestärkt mich gerade total, vielen Dank dafür 🙂
        LG Elli

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      5. Sehr gern… Ich sehe meine Erfahrungen als meine Bestimmung an. Nur durch die beschissene Zeit, die hinter mir liegt, kann ich anderen helfen. Ich habe nicht alles erlebt und ich kann nicht alles nachvollziehen, aber ich behaupte von mir, dass ich mich ein stückweit in die Gefühle anderer Betroffenen hineinversetzen kann. Wobei ich auch hier differenziere. Selbst wenn zwei das Gleiche erleben, heißt es noch lange nicht, dass sie das Gleiche fühlen. Wie du siehst, der Interpretationsspielraum ist riesig. 😉 Klingt makaber, aber die ES hat mich bestärkt, meinen Lebenstraum auch wirklich in die Tat umzusetzen. Ohne die ES wäre ich heute nicht die, die ich bin. Einerseits hat sie mich zerstört, mich aber auch gestärkt. Ich habe die ES akzeptiert. Sie ist mein Spiegelzwilling. Ich bin und bleibe essgestört -> inaktiv, im Offlinemodus.
        Der Kopf und die Gedanken machen oftmals genau das Gegenteil bzw. drehen ihre Kreise, ohne am Stoppschild anzuhalten. Wem sagst du das… 😉
        Weißt du, warum die ES bei dir ist?
        LG Michaela

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      6. Ja eine Essstörung, selbst wenn man sie nicht mehr auslebt, wird immer zur Vergangenheit gehören und so wie alles was da geschehen ist, prägt sie einen und ich denke auch, dass der Kampf oder das „überwinden“ stärker macht fürs ganze Leben, so wie andere Schicksalsschläge auch. Natürlich wünscht man niemandem so etwas, aber den Kreislauf des Lebens kann man nicht beeinflussen, man kann aus beschissenen Zeiten nur wieder aufstehen und danach das Beste daraus machen, und ich finde das machst du. Während der Therapie habe ich gemerkt das Betroffene oft gleiche oder Ähnliche Gedanken haben, aber auch total unterschiedliche, aber es ist ja auch nicht jede Essstörung gleich… Obwohl ich es kritisch sehe sich sein Leben lang als essgestört zu bezeichnen, ich habe das Ziel irgendwann mal sagen zu können: ich war essgestört.
        Ja oder zumindest verstehe ich es in Ansätzen… Ich habe nicht angefangen zu hungern, weil ich mich zu dick fande (das war ich auch nie), dieses Gefühl kam dann erst verstärkt während der Bulimie. Klar hat es mir gefallen immer weiter abzunehmen, aber ich habe den Halt und die Kontrolle der Anorexie genutzt, weil sich in meinem Leben zu einem Zeitraum ziemlich viele mitnehmende Ereignisse gehäuft haben, die mein Leben etwas aus der Bahn geworfen haben und dann musste ich noch mein Abi bald schreiben… Die ES gibt mir Bestätigung und den Anschein stark zu sein, und immer zu funktionieren, denn das muss ich, ich darf nicht versagen, Fehler machen oder schwach sein, nur leider tut man das nunmal, ich habe ein Problem mich und meine Leistungen anzuerkennen und drehe mich ständig 360°, ich tanze auf vielen Hochzeiten, kann und schaffe viel, habe daran auch oft Freude, aber habe dabei den Anspruch immer zufrieden mit mir und perfekt zu sein, und das kann ich mit der Bulimie. Die Bulimie löst Druck und Anspannung und verschafft Erleichterung, gibt das Gefühl von Zufriedenheit. War ich unzufrieden mit mir, fühle mich nutzlos oder schwach, habe keine Aufgabe, überfordert, habe andere verletzt… bin ich kotzen gegangen, und iwann hat es sich dann verselbstständigt…kotzen wurde zur Gewohnheit. Ich habe inzwischen begriffen, dass das alles komplett bescheuerte Gedanken sind und bin noch auf der Spur, wie sich diese Einstellungen so manifestiert haben.
        So jetzt war ich etwas ausschweifend ;p
        LG Elli

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      7. Erstmal vielen Dank für deine ganzen Likes… 🙂 Ich schreibe gerade an einem Ratgeber zu dieser Blogserie, deshalb bemerke ich den einen oder anderen grammatikalischen Fauxpas, den ich gemacht habe. 😉
        Du kennst deine Baustellen und ich spüre, dass du genau weißt, wie du tickst. Du befasst dich mit deiner Essstörung, was notwendig ist, wenn man für ein Leben danach bereit sein möchte.
        Mir hat es sehr geholfen, die Dinge zu akzeptieren. Trotz des Ekels und der Verschwiegenheit. Dadurch baute ich mir keinen Druck auf.
        Eine Essstörung gleicht einem Stimmungsbarometer und ist gleichzeitig ein Ventil. Mit 13/14/15 habe ich gekotzt, weil ich den ganzen familiären Scheiß nicht mehr aushielt. Ich ging in den Wald und kotzte an einen Baum. Später ritzte ich mich zusätzlich, weil kotzen zum Druckabbau nicht mehr ausreichte. Und so weiter und so fort… Ich kann mich glücklich schätzen, dass mich mein Körper noch nicht im Stich ließ nach all den Massakern.
        Es gibt kein Patentrezept, um der ES die Kugel in den Kopf zu jagen. So facettenreich die ES ist, so vielfältig sind deren Lösungsansätze.
        Eins möchte ich dir noch mit auf den Weg geben: Verzeihe dir deine Fehler. Du bist ein Mensch und Fehler gehören zu den Kanten, die uns liebenswert machen. Ein Therapeut sagte einmal zu mir, ich sei wie eine Kugel zwischen all den Würfeln, denn ich wollte es jedem rechtmachen. Jedoch konnte ich nirgends bleiben, weil ein Stoß, ein Windhauch reichte, um mich woanders hinkullern zu lassen. Ein Kugel ist nicht so standfest wie ein Würfel.
        Du bist eine lebendige junge Frau, die mitten im Leben steht und auch Spaß bei dem hat, was sie tut. Trotz deiner ES lässt du dir deine Freude nicht komplett nehmen. Wow… Respekt!
        Kotzen war für mich auch eine liebgewonnene Gewohnheit. Viele Jahre, selbst in der Therapie und zehn Jahre später noch immer. Diese Zeit muss erstmal sinnvoll gefüllt werden. Das ist gar nicht so einfach. Für mich gab es nur die Kotzerei. Jeden Abend, von Montag bis Sonntag, elf Jahre fast ohne Unterbrechung. Ich hatte nicht die Kraft, mich anders zu vertun. In Gesellschaft sein, war auch nicht sonderlich mein Fall.
        Tue das, was dir gut tut und was deine Seele verlangt. Gönne dir Fehler, akzeptiere sie, auch wenn es schwer fällt. Oftmals ist es nur schlimm für einen, weil man sich einbildet genau zu wissen, wie schlecht es bei dem Gegenüber ankommt. Bzw. weil man glaubt zu wissen, was von einem erwartet wird.
        Wenn du magst und meine private Seite kennenlernen möchtest… bloggahontas.wordpress.com -> ganz tief unten ist meine private Geschichte in ein paar Bruchstücken.
        Es ist toll mit dir zu schreiben. Bleib bitte so wie du bist und halte dich fest, denn auch du bist eine Bereicherung für unsere Gesellschaft. Ohje, ich will nicht schleimen. 😉
        Na denn… Fühl dich umarmt…
        Michaela

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      8. Bitte, ich finde deine Artikel alle sehr gut und informativ und vor allem verständlich geschrieben, ich denke so können auch Außenstehende die Krankheit etwas verstehen, wenn sie das wollen. Bei manchen Artikeln kann ich zwar nicht hundertprozentig zustimmen, aber wie schon gesagt jede Essstörung ist anders 😉 so etwas passiert, niemand ist perfekt und niemand soll es sein, die Intention kann verstanden werden, das ist die Hauptsache.
        Stimme dem zu, und bin der Ansicht, akzeptieren ist das a und o , sonst haben weitere Schritte keinen Sinn. Man muss hinschauen was los ist, sonst kommt man nicht raus, man muss die Klinke finden um die Tür zu öffnen.
        Vielen Dank für deine unterstützenden Worte, das Bild mit der Kugel spricht mich sehr an.
        Auf deinen Blog werde ich auf alle Fälle schauen 😉
        Das kann ich nur zurück geben und ich bewundere es was du geschafft hast. Ich werde den Weg raus aus den Klauen der Essstörung weiter gehen und bin gespannt wohin mich mein Selbst führt 🙂 Die Schleimspur hält sich noch in Grenzen und so ein bisschen Anerkennung wollen wir doch alle, egal ob wir sie selbst annehmen können oder nicht 😉

        Umarmung erwidert 🙂
        LG Elli

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