Die erste Probewanderung

1° C, frische Luft, leichter Nebel über dem Wald, der zum Glück genau vor meiner Haustür liegt, somit optimal für eine Proberunde. Neue Wanderschuhe an, 3 Hosen (2 Leggins + Trainingshose), 2 Pullover (1 dünner, 1 Fleecepullover), 1 Fleecejacke,  1 Softshelljacke und den Rucksack auf dem Rücken, ich laufe los. Langsam anfangen, den Rucksack habe ich „nur“  mit 5 Kilo statt meinen geplanten 10 Kilo beladen. Schon nach den ersten paar Metern merke ich, ich brauche Handschuhe. Alles ist warm, sogar zu warm, außer die frei neben dem Körper hängenden Hände. Wie konnte ich die nur vergessen? Mütze, Tuch, an alles habe ich gedacht, außer daran. Doch nochmal zurücklaufen? Nö, da muss ich jetzt durch. Ab in den Wald, schön die nicht ausgelatschten Wege nehmen, mal sehn wo es mich hinverschlägt… Der erste steiler Berg, die Beine sind das echt nicht mehr gewohnt, habe etwas abgebaut in den letzten Wochen in der Klinik. Aber das wird,  immerhin habe ich es hoch geschafft, aber will ich wirklich noch weiter? Außerdem schwitze ich, die Handschuhe sind vergessen. Was habe ich mir da nur vorgenommen, ich kann ja jetzt nach einer halben Stunde schon nicht mehr. Ich bin doch echt verrückt.  Wieso habe ich denn um alles in der Welt, 2 Pullover und eine Fleecejacke angezogen, wollte ich auf den Himalaya? Das einzige was mir eigentlich kaum was ausmacht ist der Rucksack, der ist echt bequem und das Gewicht merke ich kaum. Ich laufe weiter, Berg hoch und runter, geradeaus, quer durch den Wald und die umliegende Umgebung,  über Steine, über Wiese, über Matsch, über Asphalt und über Weidezäune, wo man super mit dem Rucksack oder Wanderschuhen oder beidem hängen bleiben kann, wie ich ausprobiert habe (hoffentlich hat mich keiner gesehen). Ich schwitze nicht mehr, zwischendurch wird es kühl, der Wind wird stärker, Nieselregen verwandelt sich in etwas dolleren leichten Regen. Aber so langsam habe ich mich eingelaufen, war es eben nicht noch anstrengend? Anscheinend musste erst eine Schwelle überwunden werden. Um die 2 h war ich unterwegs, reicht erstmal für den Anfang, auf dem Jakobsweg wird es 3 mal so lange Etappen geben, aber ich, bin dabei zu lernen nicht immer alles auf einmal und sofort zu wollen, habe ja noch etwas Zeit. Auf alle Fälle: so ganz unbelastbar bin ich nicht, zu Hause angekommen, hatte ich das Gefühl noch weiter laufen zu können. Das „man bin ich jetzt schon kaputt“ –  Gefühl vom Anfang ist verschwunden, war es denn da gewesen?

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s