Die Planung beginnt

„Anstrengend, schwierig, herausfordernd.“ Dies sind die ersten Worte im Reiseführer zum Jakobsweg Via de la Plata. Den heutigen Vormittag verbrachte ich in Sportläden, um mir so langsam eine Ausrüstung zuzulegen. Ob mich die 1000 km oder die Jahreszeit nicht abschrecken, wurde ich gefragt. Nein keines der Dinge tut das, ich freue mich über diese Herausforderung, denn normal kann ja jeder… Ich möchte das Ausgefallene, das was nicht jeder macht, ich möchte das Besondere erleben, aus der Rolle fallen. Zudem spricht mich die Route einfach an. Außerdem laufe ich ja in Südspanien los, wo man, genau wie wir hier zu Weihnachten, nicht von schneekaltem Winter reden kann. Aber auch das „Normal“ ist schon anstrengend und ich nehme mein Vorhaben keinesfalls auf die leichte Schulter. Ich rechne fest damit an meine Grenzen zu stoßen, zumal ich auch nicht die begeistertste Wandersfrau bisher war. Es wird schwer werden, der Weg führt über alles andere außer Flachland, außerdem bin ich nicht gerade übermäßig gut in Form, unter anderem schwingt natürlich auch der Klinikaufenthalt und meine Essstörung mit. Aber alleine schon das Land und die Natur reizen mich. Und wie heißt es so schön: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Außerdem gibt es wohl kaum einen besseren Weg zu lernen, dass man auf sich selbst vertrauen kann, als wenn man ganz auf sich gestellt 1000 km hinter sich bringt und das Ziel, vielleicht nach ein paar Umwegen (ich habe einen echt schlechten Orientierungsinn) erreicht. Darf man da dann nicht stolz auf sich sein, das geschafft zu haben, weil man bei Entscheidungen die man so treffen musst, vor allem solche wie: wo lauf ich lang, was nehm ich mit, was esse ich, ganz auf sich gestellt war und sich da vertraut hat? Da habe ich nun also etliche Stunden damit verbracht Jacken an und auszuziehen, viele Jacken und Pullover übereinander zuziehen, Hosen anzuprobieren, mir Rucksäcke anzuschauen und konnte einen kleinen Erfolg und jede Menge Informationen verbuchen. 🙂 2 Pullover, 2 Fleecejacken und eine Softshelljacke passen übereinander! Aber man schwitzt sich dabei zu Tode… Da keine Softshelljacke mit mir 100-prozentige Freundschaft schließen konnte (müssen die aber auch immer so viel Geld verlangen oder schwarz sein? Schwarz soll man nicht anziehen habe ich schon oft gelesen, da einen sonst keiner findet, falls man mal verloren geht… und ist ja auch langweilig, immerhin muss ich diese Jacke dann ca. 8 Wochen jeden Tag sehen), entschloss ich mich für einen Fleecepullover und eine fleeceartige Jacke. Dasselbe Dilemma zog sich bei den Hosen fort. Es war auch einfach zu wenig Auswahl, ich frage mich jetzt noch, wie ich Stunden mit der Anprobe zubringen konnte 😛  Zu preisintensiv, zu unbequem, gab nicht die richtige Größe, blöde Taschen usw. usw. Was muss es jetzt auch fast nur Skibekleidung geben? Liegt Schnee oder was? Das wäre ja zu toll, ich wünsche es mir so sehnsüchtig. Aber ne, um das Winterfeeling zu spüren, muss man sich halt erst in den Sportladen begeben und sich dann dort durch Skisachen zu den Wanderklamotten durchwühlen. Nach dem man nur Winterjacken und Skistiefel gesehen hat, erwartet man dann fast vor der Tür Schnee vorzufinden. Trotz aller Enttäuschung, will ich mich auf das Positive konzentrieren, meine schon vorhandenen Wanderschuhe haben einen Rucksackkollegen bekommen! Damit ist der Tag gerettet und ich werden wahrscheinlich auch heute noch eine kleine Runde drehen und ihn ausführen, irgendwie kribbelt es mich in den Füßen.

4 Gedanken zu “Die Planung beginnt

      1. Ja ich bin gespannt was das Wetter machen wird 😉 ich laufe den Via de la plata, der startet in Sevilla und führt einmal von Süden nach Norden nach Santiago de Compostela
        Zur Zeit sollen dort 15 Grad und Sonnenschein sein 🙂
        Ja habe ich in deinem Beitrag gelesen, Hut ab für das Vorhaben 😉

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